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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : [Sammelthread] wanyuudous geistige Ergüsse



wanyuudou
17.10.2011, 02:06
Ich stelle hier einige verfasste Sachen von mir ein, vielleicht auch mit etwas fragwürdigem Hintergrund. Fragen, Feedback oder wenn ihr eurem Ärger darüber luft machen wollt schreibt es hier rein: [Diskussion] zu wanyuudous geistigen Ergüssen (http://www.lemrith.net/showthread.php?152-zu-wanyuudous-geistigen-Erg%FCssen)




mondnacht


stille ist's.
sterne funkeln, wind weht.
eisig steigt kalte herbstluft aus den auen.

stille ist's.
irgendwo, ferne nur.
schreit einsam ein käuzchen.

stille ist's.
frierend plustern sich die spatzen auf.
wind fährt ihnen durchs gefieder.

stille ist's.
ferne bellt ein hund.
blätter rascheln.

stille ist's.
langsam,
ohne eile geht der wirt nach haus.

stille ist's.
die letzte gast trottet durch die nacht-
fluchend.

stille ist's.
frierend fährt er mit der hand in die tasche.
schlüsselklappern.

stille ist's.
klirrend fällt der bund zu boden.
rutscht einige stufen hinunter.

stille ist's.
der mann beugt sich danach-
fluchend.

stille ist's.
er hebt ihn auf-
fluchend.

stille ist's.
leise öffnet er die tür-
fluchend.

stille ist's.
die tür schwingt auf.
sanft und leise.

stille ist's.
dumpfer schmerz.
eine pfanne klappert zu boden.

stille ist's.
kein laut ist zu hören.
schlurfend geht die ehefrau wieder is bett.

stille ist's.
der mond zieht unschuldig seine bahn.
nebel zieht auf.

stille ist's.
ein windhauch schließt die tür.
friedlich funkel die sterne.



herbstmond

herbstmond elender!
was starrst die auf uns hernieder!
hämisch grinsend, wie ein sadist über seinem opfer.
glitzernd zeugt dein hof von kälte!
eisig dringt die nachtluft durch mein fenster.
bedecke deine blöße, schufft!



NoWhereMan

laut dringt ein schrei an mein ohr.
zerreißt das melancholische, das mich umgab.
drängend, fordernd, ehern.
eisig wie der wintermorgen,
zieht es mich zurück ins leben.


idioten

stumm stehen sie in der ecke.
schauen, bohrend suchen ihre blicke.
zitternd suchen sie nach opfern.
unbefriedigt, ob der eigenen nichtigkeit.
stürzen sich auf wehrlose,
querdenker, nichtkonforme.
unzufrieden mit allem, auch sich selbst.
spucken, treten, schlagen, kratzen.
blind, ja blind sind sie.
sehen nicht wie klein sie doch sind.
in der welt, im leben, im herzen...