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  1. #196
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    Safir blieb noch mit versteinerter Miene sitzen, während sich die Anderen nach und nach aus dem Bad entfernten. Er seufzte schliesslich, um den Gefühlen, die in ihm tobten, Luft zu verschaffen. Oder akkurater gesagt der Leere, die sich in ihm ausgebreitet hatte. War es das, was die Wahrheit mit sich brachte? War dies die Belohnung dafür, dass er über seinen Schatten gesprungen war und das erzählt hatte, was er eigentlich nie hatte erzählen wollen? Er schüttelte den Kopf und erhob sich aus dem Wasser, nackt wie er war. 'Ich muss erst einmal einen klaren Kopf bekommen. Selbstmitleid ist nicht empfehlenswert.' dachte er sich, als er samt seinem Handtuch und dem darin versteckten Dolch zurück zur Umkleide ging und sich dort anzog. Er brauchte immer noch frustrierend lange dafür, aber schliesslich war er wieder in voller Montur. Als er hinaus trat, war niemand der Anderen zu sehen - etwas, was ihm im Moment ganz recht war. Er brauchte erst einmal ein wenig Zeit, um wieder rational denken zu können. Und vor Allem brauchte er Linderung für die Schmerzen, die ihn durch seine Wunden plagten.

    Ein Blick in seine Börse verriet ihm, dass der Kauf von einer entsprechenden Tinktur zwar möglich war, ihn aber nahezu seine gesamte Barschaft kosten würde. Aber es ging wohl nicht anders - mit diesem Bein würde er auf der eventuellen Fahrt nicht von Nutzen sein, ganz zu schweigen davon, dass er sich kaum würde wehren können. So machte er sich auf den Weg in Richtung Markt, um dort nach einem entsprechenden Händler zu suchen. Nach ein wenig Suche und Herumfragen fand er auch schliesslich ein passendes Geschäft, indem er sich nach andauernder Verhandlung und im Austausch für nahezu den kompletten Inhalt seiner Geldbörse eine wirksame Salbe ersteigern konnte. Anschliessend begab er sich zum Hafen, um sich dort ein ruhiges, abgeschiedenes Plätzchen zu suchen, nachdenklich auf das Meer zu starren und seine Gefühle wieder unter Kontrolle zu bekommen.

    __________________________________________________ ____________

    Praios' Antlitz (= die Sonne) war bereits halb hinter dem Horizont verschwunden, als Safir wieder beim Gasthaus ankam. Was ihn dort erwartete, überraschte ihn - waren doch alle seine Bekannten im Schankraum versammelt. Cyli, Elza, Feanwulf, Ynu und Raluf - ja, sogar der Zwerg aus dem Badehaus war anwesend, was ihn sehr überraschte. Diese legte sich jedoch, als er zu ihnen trat und sah, wer sie um sich geschart hatte. Phileasson blickte gerade auf, als der Schwertgeselle dazu trat. "Ah, da ist ja auch der Letzte. Das trifft sich doch gut." meinte er mit breitem Lächeln, das jedoch schnell wieder verblasste, als er sich ernst an die vor ihm versammelte Mannschaft wandte. "Ich habe die Situation bedacht und eure Lage mit in Betracht gezogen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Fertigkeiten eines jeden von Euch für mein Unterfangen von großem Wert sein können. So ihr es denn wollt, begrüße ich Euch herzlich an Bord der Seeadler. Doch bevor ihr einwilligt, muss ich Euch auf folgendes Hinweisen: Als Kapitän trage ich die Verantwortung für die Reise und sämtliche Unterfangen, die währenddessen unternommen werden. Dies bedeutet, dass die letztendlichen Entscheidungen von mir getroffen werden und sich ein jeder von Euch diesen zu beugen hat. Weiterhin wird euch diese Reise fort von hier führen - fort von allem, was ihr je gekannt habt. Wir werden eine sehr lange Zeit auf Reisen verbringen, es wird Gefahren geben und ihr werdet mehr von unserer Welt sehen, als ihr es Euch jemals hättet erträumen können. Wenn ihr einwilligt, mit mir zu segeln, bleibt ihr auch bis zum Ende bei mir und helft bei meinem Anliegen."

    Er trat einen Schritt zurück, um jeden prüfend anzusehen: "Und nach all diesen Dingen versichere ich Euch, dass es niemand bereuen soll, mit mir zu segeln! Bei Swafnir, ich verspreche euch, dass ich uns nicht nur zum Sieg, sondern auch zu unsterblichem Ruhm führen werde! Ich habe mein Wort niemals gebrochen, und ich habe es auch jetzt nicht vor! Der 'Blender' mag sich anstrengen, wie er will, aber ich werde den Sieg davon tragen - und dazu wäre mir Euer aller Hilfe mehr als Willkommen! Was sagt ihr?"
    Geändert von Rosered_Strauss (04.05.2014 um 17:07 Uhr)

  2. #197
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    Nachdem Elza das Bad verlassen hatte, unmittelbar nach Cylithia, hoffte er, sie alleine anzutreffen, weswegen er sich beeilte noch vor ihr das Badehaus zu verlassen. Fast wäre es ihm auch gelungen, doch war die Maga schneller gewesen. Er hatte sie um nicht mal eine Minute verpasst, doch war sie schon in der Menge verschwunden, als er vor das Badehaus trat und sich kurz umsah. Hätte er etwas genauer hingesehen, dann hätte er sie sicher noch erspähen können doch war sich Elza einfach sicher, das er vor ihr draußen sein würde. Nach einer Weile aber merkte er, das er sie verpasst hatte und verließ den Platz vor dem Badehaus. Er ging in die Stadt, aber auch nur um seinen Brief an seine Mutter endlich los zu werden, den er noch bei sich trug. Er fand schnell den Botendienst, den ihm der Wirt genannt hatte. Elza versicherte sich mit genügend Münzen, das sein Brief schnellstmöglich überbracht werden würde. Dennoch würde es lange dauern, denn der Weg war sehr weit und nicht immer einfach.

    Der restliche Tag verlief dagegen Ereignislos. Zwar dachte Elza nach über das was im Badehaus gesagt würde, doch lief er weder Safir noch Cylithia über den Weg. Letztere wollte er nochmal wegen ihren Ohren ansprechen, aber er wusste noch nicht wie. Er hatte gemerkt, das die Maga damit ein Problem hatte und der Adlige überlegte, ob er nicht doch die ganze Geschichte einfach vergessen sollte. Ähnliche Gedanken hatte er auch was Safir anbelangte, oder wie auch immer Sein richtiger Name denn nun eigentlich sei. Das Vertrauen was Elza gefasst hatte, war zumindest gestört, wenn nicht noch schlimmer. So recht wusste das Elza noch nicht einmal selbst, denn er musste sich dessen erstmal klar werden, was da eigentlich von dem Wundheiler losgelassen wurde. Er war kein Wundheiler, zumindest nicht ausschließlich, er war Schwertgeselle, ein Mann den man anderswo sicherlich hängen würde, bekäme man ihn in die Finger. Von wem auch immer er verfolgt wurde, sofern Elza es richtig verstanden hatte, so musste dieser jemand gefährlich sein.

    später am Tag fand Elza sich im Gasthaus wieder, wobei er sich am Morgen des Tages sicher war, das er hier nicht mehr einkehren würde. So konnte man sich dann doch irren. Im Verlauf des Abends gesellten sich nach und nach alle anderen dazu, was Elza die Gedanken schlussendlich vertrieb. Er hatte Gelegenheit sich mit Raluf, Yun und auch Feanwulf zu unterhalten. Etwas überrascht war Elza allerdings, als er den Zwerg das Lokal betreten sah. Doch zu einem längeren Gespräch kam es allerdings nicht, denn nach ihm betrat dann Cylithia den Ort. Elza sah sie an, etwas zu lange und sie bemerkte das natürlich. Doch verzichtete Elza in der Runde darauf, nun über das zu reden, was er an ihr entdeckt hatte. Und selbst wenn er gewollt hätte, wäre er nicht dazu gekommen. Auch der Kapitän war anwesend, welchen der Adlige aber erst später wahrnahm. Es entbrannte ein Gespräch, wobei jedoch nichts wichtiges ausgetauscht wurde.
    Erst als dann auch endlich Safir sich zu ihnen gesellte, begann der Kapitän mit seiner kleinen Ansprache.
    Danach war es ruhig und man konnte erkennen, das ein jeder doch nochmal kurz in sich gegangen war. Elza war dann doch der erste, der das Wort ergriff:
    "Nun, werter Kapitän, Unsterblichkeit ist nicht das streben was ich habe, doch ist die Verlockung nicht gering, mein Namen und den meiner Familie in den Geschichtsbüchern aller Herrenländer zu wissen. Ihr könnt auf mich zählen."

  3. #198
    Phöses Mädel Avatar von Janoko
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    Cyli war recht flott gewesen, nachdem sie, wieder bekleidet, aus dem Badehaus gestolpert war. Sie musste verarbeiten was Safir gesagt hatte. Sie hatte sich an den Kai gesetzt und blickte den Seeleuten bei ihrer Arbeit zu. Das stetige platschen der Welllen gegen die Befestigte Hafenstraße war irgendwie beruhigend und hatte die Maga bald weit auf die Reise zurück in ihren Gedanken geschickt. So merkte sie nicht, das Safir an ihr vorbei streifte, seinen eigenen Gedanken nachhängend. Als sie schließlich zurück gekehrt war, hatte sie sich in den Schankraum gesetzt und war rechtbald von dem Fjarninger und Ynu herübergewunken worden.

    Wenig später waren auch der Zwerg und Faenwolf dazugekommen. Elza blickte sie die ganze Zeit mit Augen an, die ihr nicht gefielen - wenn er das Thema nicht bald vergessen würde, hätte sie einen weiteren Menschen, der ganz genau wissen würde, was ein Ignifaxius mit einem tat.
    Als schließlich auch noch der Foggwulf selber die Schenke betrat, waren fast alle anwesend - nur Safir fehlte. Als er schließlich auftauchte, schien ihr Kapitän in spe sie zu fragen ob sie dabei wären. Cylithia lächelte schwach, als sie ihren langen reisegefährten sah und antwortete dem mann, der die Verantwortung für die fahrt - und den zu erwartenden Ruhm, übernahm mit einem schlichten "Bin dabei"

  4. #199
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    Mit verschlossener Miene lauschte Safir dem kurzen Vortrag des Kapitäns und der darauf folgenden Erwiderungen. Als Cyli knapp ihre Zustimmung kund tat, nickte auch er. "Ich betrachte es als Ehre, mit dabei sein zu dürfen. Auf mich könnt Ihr... kannst Du zählen." korrigierte er sich nach einem Blick des Thorwalers. Er konnte indes nicht verhindern, dass sein Blick kurz zu Cyli herüber schweifte. Hatte er sich durch die Wahrheit weitere Steine in den Weg gelegt? Hatte er die Distanz zwischen ihnen noch ein wenig größer gemacht? Er wandte den Blick wieder nach vorn. Diese Gedanken waren mühselig und führten zu nichts. Er würde nicht aufgeben, und herum jammern würde ihm ohnehin nichts bringen. Für einen kurzen Moment war er froh, dass sich sein Innenleben nicht auf seinem Gesicht widerspiegelte - er würde sich ungern als jemand zu erkennen geben, dem so etwas derart zusetzte.

    Unterdessen hatte sich Raluf auf seine Brust geschlagen. Es hatte Safir ohnehin überrascht, dass er so lange - es waren immerhin einige Momente vergangen - hatte schweigen können. "Ha! Als ob ich diese Gelegenheit verstreichen lassen würde! Der Foggwulf empfindet meine Axt als nützlich? Dann soll er sie bekommen, mit allem was dazu gehört!" Der Schwertgeselle verdrehte innerlich die Augen - so, wie der hünenhafte Nordmann es formuliert hatte, war die Axt wohl das denkende bzw. dominante Organ seiner Selbst. Nun, nicht dass es ihn groß kümmern würde. Auch Ynu war nach Ralufs Beispiel einen Schritt nach vorne getreten und hatte sich höflich vor dem Kapitän verneigt. "Auch mir ist es eine Ehre, an Bord der Seeadler mitreisen zu dürfen. Was in meiner Macht steht, will ich für das Schiff und seine Besatzung tun."

  5. #200
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    Interessiert beäugt Feanwulf den kleinwüchsigen Mann. Er hat schon einige von seiner Statue und wuchs gesehen. Sie sollen ein eigenständiges Volk sein was in den Bergen lebt und riesige Reichtümer horten. Er hat mal gehört wie sie sich nennen, doch die Mittelländer nennen sie meist verächtlich Gnome oder Zwerge.
    Doch als der Foggwulf das Wort erhebt lauscht er mit einer freudigen Miene den Worten des Kapitäns, während er seinen Humpen ansetzt seine Kehle zu befeuchten. Es war für Feanwulf selbst ein durchaus gelungener Tag, da er das Ziel, weswegen er angereist ist, erreicht hat. Nachdem nun die Worte des Foggwulf abebbten und alle anwesenden erpicht ihr beitritt verkündet haben meldet sich auch nun Feanwulf mit seiner kräftigen tiefen Stimme zu Wort. „Ich wäre verflucht wenn ich die Möglichkeit verachte mit zu segeln und noch dümmer um sonst beim beladen geholfen zu haben.“ Feanwulf nahm einen weiten Schluck aus seinen Humpen und wischte anschließend mit seinen Handrücken über den Mund. „Bei Swafnir ein Thorwaler lässt es sich nie entgehen neues zu entdecken und reiche Beute zu machen, dass liegt uns im Blut und dass wissen alle bis in den tiefsten Süden. Daher werde ich mit meinen Brüdern Kämpfen und feiern wenn wir am Ende mit prallgefüllten Taschen und Ruhm auf unseren Schulter wieder heim kehren.“ Er selbst ist während seiner doch für ihn langen Ansprache aufgestanden, um seiner Stimme einen kräftigeren Nachdruck zu verleihen.

  6. #201
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    Seine Füße trugen ihn vom Badehaus aus zum Markt. Ein nicht unüblicher Weg für einen Zwerg, verkauften sie doch ihre Werke und Dinge auch an Menschen. Insbesondere die Hügelzwerge seines Volkes, pflegten einen sehr regen Austausch mit dem „großen Volk“.
    Auch wenn Balrog nun schon einige Tage hier war, so starrten ihn die Leute immer noch an. Ähnlich dem Badehaus, waren auch auf der offenen Straße, die Kinder zu schüchtern, zaghaft oder unsicher, um ihm irgendwie mit ihrer Neugier in die Quere zu kommen. Es nervte den Zwerg schon lange nicht mehr das die Menschen ihm hinter her sahen oder manch einer, nachdem er vorbei war, zu flüstern anfing. Er wusste wer er war, zu wem er gehörte, was er und seine Familie, sein Volk, geleistet hatte und wie auch die Menschen stolz sind, so sind es auch die Zwerge...wenn die Kleinen die Großen darin nicht sogar im allgemeinen übertreffen.

    Es waren Kleinigkeiten die Balrog noch für die Reise benötigte. Eine Seereise die um ganz Aventurien herum ging, mochte ein herber Verschleiß für die eigene Kleidung und Rüstung sein.
    Somit kaufte er etwas Leder in verschiedenen Stärken und seine Sachen ausbessern zu können und er besserte seine Waffenpflegeutensilien aus in dem er seinen alten Schleifstein gegen einen guten neuen ersetzte. Verpflegung zu kaufen war unsinnig, ihr Kapitän würde dafür Sorge tragen das sie auf See nicht so schnell verhungerten. Material fürs schmieden zu kaufen war auch ohne Zweck, ein Feuer auf See würde nur ihr Schiff vernichten. Leder würde ihm schon reichen um sich die Zeit zu vertreiben. So verließ er den Marktplatz wieder und kehrte in einer Schenke ein. In dieser fand er auch den „ Foggwulf “. Nach einer kurzen Begrüßung, bat ihn der Kapitän noch ein wenig zu warten, es sollten noch Weitere kommen die mit auf die große Reise kommen.
    Nicht schlecht staunte der Zwerg als ein Teil der Mannschaft sich aus jenen Leuten zusammen setzte, denen er schon im Badehaus begegnet war. Hinzu kam noch ein weiterer Thorwaler den die anderen zu kennen schienen, welcher ihm selbst aber unbekannt war.

    Auf die Worte des Kapitäns hin bekundeten die anderen ihre Zustimmung und mit unter sah man wie beim Thorwaler ihre Begeisterung für die Reise. Es blieb also dem Zwerg als letzter zu antworten. „Gold, Schätze, Ruhm und Ehre sind auch für mich sehr erstrebenswerte Dinge, doch wir beide wissen Asleif "Foggwulf" Phileasson, das ich mir etwas ganz anderes von der Reise erhoffe. Ich gedenke euch zu zeigen, wie viel mir diese andere Reise Wert ist. Dafür will ich,
    wie der Rest, mein Bestes geben, auch wenn es einige Wundern dürfte das ein Zwerg mit zur See fährt. Sei es drum, auch ich bin dabei...“

  7. #202
    Händler Avatar von Rosered_Strauss
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    Phileasson wartete, bis alle der Anwesenden ihre Meinung kund getan hatten. Mit jeder weiteren Zustimmung wurde das Lächeln auf seinen Zügen ein Stück weit breiter, bis er schliesslich mit einem fröhlichen Grinsen dastand. "So gefällt mir das! Ich will die Zeit jetzt nicht damit verschwenden, lange, großartige Reden zu schwingen - ihr habt sicherlich etwas besseres zu tun. Denn wir brechen morgen in aller Früh auf. Findet Euch bei der Seeadler ein, wenn Praios Antlitz' sich über den Horizont erhebt. Dort werden noch einige Worte über die bevorstehende Reise verloren werden, und dann brechen wir auf - und werden Beorn gleich das Heck zeigen. Ein Anblick, an den er sich besser gewöhnen sollte!" Er trat vor, um einem Jeden der versammelten Gefährten die Hand zu schütteln, bevor er sich aus dem Gasthaus entfernte. Es war schliesslich Raluf, der als Erster das Wort erhob. "Ich habe ebenfalls noch einige letzte Vorbereitungen zu treffen - ich brauche einen neuen Schlafsack. Für 'ne Hängematte gibt es auf einem Drachenboot wie diesem nun keinen Platz." Nach diesen Worten drehte er sich ebenfalls um und bahnte sich einen Weg aus dem Gasthaus, während Ynu sich noch die Zeit nahm, den Übrigen ein freundliches Nicken zu schenken und ein "Wir sehen uns spätestens morgen früh. Die Götter mit Euch." von sich zu geben.

    Safir hob die Hand zum zeitweiligen Abschied, bevor er sich ebenfalls an die versammelte Gruppe wandte. "Ich habe glücklicherweise meine Besorgungen schon erledigt und werde die Zeit wohl nutzen, mir noch ein wenig Ruhe zu gönnen. Wir sehen uns." Ohne lange auf eine Antwort zu warten machte er sich nach oben in Richtung des Schlafsaales auf. Das er derartig hastig von Dannen zog, lag zum Einen darin begründet, dass er immer noch nicht ganz sicher war, wie er den Anderen von nun an begegnen sollte - zumindest musste er sich um ihre Verschwiegenheit keine Sorgen machen, fuhren sie doch ab dem morgigen Tage alle auf dem selben Schiff. Wenigstens ebenso beteiligt war jedoch seine noch bestehende Wunde am Bein - er war sich sicher, dass er während der Schiffsfahrt erst einmal so schnell nicht zu wirklich geruhsamen Nächten kommen würde. Oben angekommen machte er sich auch ohne Umschweife daran, sich niederzulegen - und schon bald versank er in einen tiefen Schlummer.

    Unglücklicherweise war dieser Schlaf - ganz gleich wie tief - nicht von Dauer. Denn als wären die Anstrengungen der letzten Zeit nicht genug gewesen, suchten ihn wieder Erinnerungen heim - Erinnerungen, die sich in seinen Alpträumen wieder und wieder wiederholten. Unruhig wälzte er sich des Nachts umher, in einem unruhigen Wachtraum gefangen. "Nein..." murmelte er, immer und immer wieder. "Verzeih mir... das wollte ich nicht! Das wollte ich Nicht! Geh nicht. Geh Nicht!" gab er von sich, während er vor seinem inneren Auge seinen Meister sah, wie er langsam von den Flammen verzehrt wurde. Er war zwar nicht dabei gewesen - aber das hinderte seine Träume nicht daran, ihm genaustens zu zeigen, wie es ausgesehen hätte. "Bitte... bitte nicht! Stirb nicht! Lass mich nicht alleine! Nicht du auch noch!" meinte er flehend, immer noch mehr schlafend als wach. Mit einem Ruck erwachte er schliesslich. Mit einem unterdrückten Schrei fuhr er auf und hatte reflexartig seine Hand nach vorne ausgestreckt, wie um jemanden zu ergreifen. Schwer atmend blinzelte er, als er langsam realisierte, dass Boron ihn wieder mit Alpträumen gepeinigt hatte. Während er die Hand langsam sinken liess, sah er sich um - und sah mehrere Augenpaare auf sich gerichtet, auch die seiner Reisegefährtin. Er wandte den Blick ab und liess sich langsam wieder zurück in die Kissen sinken - so hatte er sich den Start in diese neue Reise ganz und gar nicht vorgestellt. Einen schweren Seufzer von sich gebend, richtete er sich erneut auf und begann, sich anzukleiden. Während er sich routiniert seine Kleidung samt einzelnen Rüstungsteilen anzog (zumindest seine ledernen Armschienen) war sein Blick in weite Ferne gerichtet, seine Gedanken immer noch bei den vergangenen nächtlichen Schrecken.

    Er begab sich nach unten in den Schankraum, in dem noch nicht viel los war - mit Ausnahme des Wirts, der bereits um diese Uhrzeit seinem Geschäft nachging und seine Taverne säuberte. Es dauerte nicht allzu lange, bis auch seine restlichen Bekannten - mittlerweile war es wohl eher angemessen, sie 'Gefährten' zu bezeichnen - eingetroffen waren, ebenso reisefertig wie er. Ein müdes "Guten Morgen." war alles, was er an Eloquenz aufzubieten vermochte, während sie sich aus der Taverne begaben und raschen Schrittes in Richtung Hafen gingen. Die kühle Morgenluft und die frische Brise, die von Seeseite her gen Innenland wehte, liessen seinen Verstand langsam wieder klarer werden. Mit ihm kehrte seine übliche Wachsamkeit zurück - und er begann, sich nach möglichen Hinterhalten umzusehen. So paranoid es auch sein mochte war er lieber zu vorsichtig als nicht vorsichtig genug, gab es doch wohl immer noch einen Schwarzmagier in der Nähe, der Unaussprechliches mit ihnen vorhatte. Doch falls dieser sie beobachtete, so zeigte er sich nicht - und sie kamen ungestört am Hafen an. Dort hatte sich bereits eine große Menschenmenge versammelt, in deren Mittelpunkt sich drei der prominentesten lebenden Thorwaler befanden. Auge in Auge standen sich Asleif 'Foggwulf' Phileasson und Beorn 'der Blender' gegenüber, während die Hetfrau Garhelt auf sie beide einredete. Scheinbar waren sie gerade noch rechtzeitig eingetroffen, denn gerade sprach sie: "... und um den Wettstreit vor den Augen des Gottwales und seiner göttlichen Geschwister mit allem gebührenden Respekt zu behandeln, wird ein jeder von Euch eine Schwester der Travia an Bord willkommen heissen und stets mit sich nehmen. Und nun vernehmt die Regeln für diesen Wettstreit, der der Erste und Letzte seinesgleichen werden wird:

    Ihr werdet dreimal vier Questen zu lösen haben, und euer Weg wird um das ganze bekannte Aventurien führen - und womöglich sogar darüber hinaus. Ihr dürft Eure Konkurrenten auf der Reise behindern, aber es ist verboten, sie zu töten. Ihr werdet als Fürsten und als Bettler reisen, in Kälte und in Hitze, verzweifelt und voller Hoffnung. Seid gewiss, Mut und Stärke werden alleine nicht ausreichen, euch ans Ziel zu bringen. Achtzig Wochen gebe ich jedem, dieses gewaltige Abenteuer zu bestehen, bei dem es nur einen Sieger - einen König - geben kann. Eure erste Queste ist folgende: Fahrt ins Yetiland und fangt dort einen der riesenhaften zweizahnigen Kopfschwänzler! Aber gebt acht und fangt das Tier lebendig, damit es in die Hjaldingstadt gebracht werden kann. Sobald ihr dieses erreicht habt, wird euch eure geweihte Begleiterin die nächste Queste verraten. Und nun brecht auf! Zwei Knorren werden euch vor der Küste von Yetiland erwarten, um die Expedition ins ewige Eis mit allem Notwendigen zu versorgen. Möge Swafnir mit Euch sein. Mögen seine göttlichen Geschwister über Euch wachen!"

    Als die Ansprache verklungen war - während der Rede der Hetfrau hatte man nur das Rauschen der Wellen und das Singen des Windes vernehmen können - schlugen die beiden Rivalen ihre Faust vor die Brust, um mit einem feierlichen Schwur zu geloben, die Regeln des Wettstreits zu befolgen. Anschliessend reichten sie sich die Hände in einem kameradschaftlichen Händedruck - beurteilte man dessen 'Härte' jedoch an der Anspannung, die in ihren Gesichtern zu lesen war, so versuchten sie wohl bereits, einander die Hände zu brechen. Schliesslich wandten sie sich jedoch ab und schritten zu ihren jeweiligen Schiffen. "Macht euch bereit! Es dauert kein halbes Stundenglas mehr, bis wir aufbrechen! An Bord mit Euch! Wir haben eine Fahrt zu gewinnen!" brüllte der Foggwulf, während sein Konkurrent seiner Mannschaft etwas vergleichbares zurief. Safir, der bis dahin beinahe erstarrt und gebannt gelauscht hatte, machte beinahe einen Satz nach vorne. Als Speerspitze der kleinen Gruppe bahnte er sich einen Weg durch die Schaulustigen - von denen die gefühlte Hälfte ihnen äusserst neidische Blicke zuwarf - bis sie schliesslich auf der Seeadler ankamen. Dort angekommen hatte sich Phileasson bereits daran gemacht, das Schiff auslaufbereit zu machen. Alles bis auf die Segel wurde bereit gemacht, während Matrosen hier- und dorthin eilten. "Ah, da seid ihr ja." begrüßte der Kapitän sie, als sie die Planke hinauf auf das Schiff liefen. "Vorne am Bug sind noch einige Plätze für Euch frei. Greift euch schon einmal ein Ruder, so ihr damit umgehen könnt - je eher wir bereit sind, desto besser!" meinte er, während bereits wilde Vorfreude in seinen Zügen zu lesen war. Safir salutierte kurz, während er sich nach vorne drückte, um schliesslich an seinem Platz anzukommen und sich auch schon ein Ruder zu greifen. "Nun geht es also los." meinte er zu niemand bestimmten, als ihre kleine Gruppe sich vorne versammelte.


    Geändert von Rosered_Strauss (09.05.2014 um 12:01 Uhr)

  8. #203
    Phöses Mädel Avatar von Janoko
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    Mochte man es nun Zufall, oder einfach Fügung nennen, aber auch Cylithia hatte nicht die besten Träume. Allerdings war es kein verbrennender Meister, der sie Quälte, nein, es war etwas ganz anderes. Etwas, das Safir wahrlich als Dschinn bezeichnet hätte. Sie konnte nch aus dem Traum heraus das Knochenknacken und auch die erstickten Schmerzenschreie hören. SChweißgebadet war sie aufgewacht - nur ein paar Minuten, oder doch Stunden? vor Safir. Dementsprechend war ihre Laune am allertiefsten Punkt angekommen. Trotz der morgendlichen schwärze, war sie dazu übergegangen, die Rucksäcke, die sie noch nicht fertig gepackt hatten, zu vervollständigen. Sie schüttelte den Kopf, bei einigen Sachen, die sie in die tiefen dieser verschwinden ließ.

    Das Frühstück war keines Falls das beste, oder eines an das sie sich gerne erinnern würde - die übliche Freundlichkeit in ihrer Stimme war einem mürrischen, fast schon trübseeligen Ton gewichen, als würde sie jetzt schon bereuhen überhaupt an Bord gegangen zu sein - oder es betraf etwas ganz anderes. Hatte der Traum sie doch daran erinnert was sie suchen wollte. Was ihr Grund für die Wanderung durch halb Aventurien war, warum sie überhaupt dem ganzen zu gestimmt hatte. Nicht aus nächstenliebe, nicht weil sie nach Ruhm suchte, nein. Sie musste jemanden finden um etwas rückgänig zu machen und wenn sie dafür einen Zeitfrevel begehen musste. Sie würde jemanden - oder etwas, finden, das diese Sache rückgänig machen konnte und, im Umkehrschluss, Boron um etliche Seelen berauben.

    An bord besah sie sich die Traviageweihte. Die war für ihren Erfolg - oder Misserfolg, ebenso wichtig, wie die Rückseite ihres Bootes, das der Foggwulf gedachte dem Blender schon beim Auslaufen zu zeigen. "Ja, es geht los", meinte sie und setzte sich neben Safir auf die Ruderbank, war es ihr doch genauso vergönnt zu Rudern, wie allen anderen. Thorwaler nahmen jeden, der an Bord war, dran. Frauen machten da keine Ausnahme. Und Cylithia sah es nicht einmal ein deswegen sich herausnehmen zu wollen.

  9. #204
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
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    Man sah es Elza vielleicht nicht an, doch war ihm das ganze nicht geheuer, was der kapitän da von sich ließ. Nicht wegen der Worte, für einen Moment, erkannte Elza in ihm etwas, was er nur zu oft bei seinem Vater mitansehen konnte. Große Reden schwingen, von zukünftigen Errungenschaften reden, als wäre es Gesetzt das man diese auch erreichen würde. Es war etwas, was Elza nicht sonderlich mochte und dessen er sich noch nie hingeben konnte. Allerdings kam Elza so spät, das er die Worte der Hetfrau, die zuvor an die leute gerichtet waren, gar nicht mehr gehört hatte. Nunw ar es also an der Zeit, aufzubrechen. Für Elza ein neuer Abschnitt, egal wohin ihn dieser führen würde, er würde sich vom Schicksal treiben lassen. Eine lange Seefahrt hatte er noch nie miterlebt, schon gar nicht als einfacher Matrose und er wusste nur zu genau, sein Vater - seine ganze Sippschaftwürde nur die Nase rümpfen, müssten sie ein Ruder in die Hand nehmen. Sie waren reich, von blauem Blut und gaben Anweisungen, befolgten doch wiederum nur solche, die von noch höhere Ebene kamen. Doch gabs da überhaupt noch sehr viel die über seinem Vater standen? Elza überlegte nicht ser lange, denn war das nicht der Zeitpunkt, im Kopf die Herrachie in seinem Lande durchzugehen. Viele waren es nicht, das wusste er aber mit großer Sicherheit.

    Ohne groß Worte zu verlieren, oder auf den Gemütszustand seiner Gefährtenzu achten, da die Zeit dafür einfach mangelte, geseltte sich Elza zu Safir und Cylithia, die ihm vorangegangen waren. Er nahm hinter den beiden Platz. Das fand er gar nicht so schlecht, denn so konnte er sich das rudern von ihnen Abgucken. Sie schienen es immerhin mal getan zu haben, Elza jedoch hatte so ein Ruder das erste mal in der Hand.
    'Womöglich ist es ja viel einfacher, als ich denke...'

  10. #205
    Dauerbesucher Avatar von Survivor
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    Nun kam sie also mit großen Schritten, die große Reise. Würden sie nieder gestiefelt werden? Oder würden sie sich dem Tempo anpassen können? Egal, für einen Zwerg war das irrelevant, wenn die Menschen sie in begannen und vor hatten, sie auch zu überleben und zu beenden, so würde sie für einen Zwerg nur einen Wimpernschlag lang dauern. Einer jener Gründe warum sich Balrog dazu überhaupt durch ringen konnte. Es würde nicht viel Zeit seines Lebens in Anspruch nehmen.
    Mit unter war ja sogar ein Schatz und die Aussicht auf einen Kampf drin, eine Vorstellung, die sein Blut wieder schneller durch seinen Körper fließen ließ und ihm dabei half, sich in die Riemen zu legen. Wie auch die anderen hatte er sich zu den Rudern begeben. Er saß an der Außenseite, weil hier das Ruder nicht soweit hoch und runter schwang, wenn die anderen es bewegten. Außerdem konnte er hier gut seine Kraft einsetzen, auch wenn er mit den Beinen kaum den Boden erreichte.
    „Ein weiterer Beweis dafür das Zwerge nicht aufs Meer gehören...“ grummelte Balrog für sich selbst in seinen Bart. Das seine kurzen Bein nur schwer auf den Boden kamen, hatte jedoch eher was mit der thorwalschen Schiffskonstruktion zu tun, als damit das Zwerge zu klein waren.
    Egal, Balrog saß nun und würde sich mit dem Rest in die Riemen legen. Er war in der Nähe der anderen aus dem Badehaus, wenn auch nicht direkt neben ihnen. Dafür hatten sich die Plätze zu schnell gefüllt, als das er dort noch unter kam.

    „Oh Väterchen Angrosch, möge dies hier nur nicht das Ende sein.“ betete der Zwerg noch in seine eigenen Sprache, ehe es von den Docks los ging und die Wellen stärker gegen das Schiff schlugen.
    Das dies nicht gerade Balrogs innere Unruhe besänftigte, konnte man leicht sehen. Das Klatschen neben seinem Kopf war dafür einfach zu laut.

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