Seite 12 von 12 ErsteErste ... 2101112
Ergebnis 166 bis 171 von 171
  1. #166
    Siedler Avatar von Fruwluamressaw
    Registriert seit
    19.06.2016
    Ort
    Planet Erde!
    Beiträge
    202

    Standard



    Mit brachialer Gewalt schwang Tazgosh seine Axt. Für ihn war Nezlez, eine Goblin, nichts weiter als ein kleiner Wurm. Ein Wurm, dessen Zerstörung für ihn bedeuten würde, endlich wieder Leben zu können. Doch "der Wurm" war wenig erpicht darauf, dies so geschehen zu lassen und hechtete zur Seite. Tazgosh schnaubte nur verächtlich und näherte sich der Goblin weiter an. Diese versuchte unter allen Umständen einen guten Abstand zwischen sich und dem Riesen einzuhalten. Schon ein Treffer der Axt würde genügen, dessen war sie sich bewusst. Ihren Dolch jetzt zu benutzen war darum auch viel zu gefährlich. Sie wollte sich auf ihre Wurffertigkeit verlassen aber noch bevor sie ein Messer ziehen konnte, setzte Tazgosh zu einem wilden Sprint in ihre Richtung an und sie war gezwungen die Beine in die Hand zu nehmen. "Weglaufen. Das was Gobbos am Besten können." "Achja?!" Nezlez schleuderte ein weiteres Messer in die Richtung des Giganten. Es sollte seinen Hals treffen und war gut gezielt, aber wieder hatte Tazgosh den Angriff erwartet und wich zur Seite, so dass es ihn kaum striff. Er war nicht einfach nur ein riesiger Ork. Er war ein Kämpfer, einer der besten. Und nie hätte er so viele Kämpfe überstanden, wenn er nicht auch agil gewesen wäre. Überlegen zeigte er seine spitzen Zähne und wenn er dabei nicht so scheußlich ausgesehen hätte, hätte man es als das Lächeln wahr genommen, dass es sein sollte. Nezlez versuchte weiter, den Abstand zu Tazgosh zu vergrößern. "Wohin willst du fliehen, Gobbos? Wohin?" Ich wünschte dieser hässliche Klotz hätte unrecht... wenn ich versuche auf den Berg zu klettern mache ich mich verwundbar und so steil wie diese Klippe hier ist erwartet mich weiter unten nur der Tod. Ich MUSS gewinnen. Ärgerlich knirrschte sie ob dieser Erkenntnis mit den Zähnen.

    Ein Blitzen, reflektierendes Sonnenlicht, als Nezlez ihren Dolch zog und ihn selbstbewusst in der Hand hin und her wiegte. Sie musste schlauer sein als er. Und natürlich war sie das auch, davon war sie überzeugt. Ein paar mal noch wich sie ihm und seinen Angriffen aus, beobachtete sein Angriffsmuster. Sie suchte die Lücke, die sie brauchen würde. Und fand sie. Diesmal wich sie nicht zurück. Sie duckte sich seitlich unter dem diagonalen Axthieb hindurch. Wind strich über ihre Haare, so riskant war das Manöver. Riskant aber erfolgreich. So tief wie es ihr möglich war, grub sie den Dolch in die Seite des Orks. "Urgh!" Er zuckte zusammen. Gefällt dir das du Riesenbaby?! "Ich bin keine einfache Goblin, Idiot. Ich bin Nezlez Tintentick. Und du wirst heute durch meine Hand sterben!" Sie zückte ein weiteres Messer. Mit diesem würde sie ihm die Kehle durchschneiden. Von ihr würde er keine Verschnaufpause bekommen. Aber die brauchte er auch garnicht. Noch bevor Nezlez agieren konnte, richtete sich der Gigant wieder auf und setzte erneut zu einem Axthieb an, diesmal aus der anderen Richtung. Nezlez erschreckte sich nur kurz, denn als sie sogleich bemerkte, dass das Muster des Hiebes wieder das selbe war, grinste sie höhnisch und duckte sich wieder zur Seite hin weg.

    Doch es war eine Finte. Und erst jetzt. Jetzt als sich der Stiefel des Orks in ihre Magengrube rammte. Jetzt da sie in hohem Bogen durch die Luft geschleudert wurde - merkte sie, wo sie gerade noch stand. Sie flog über die Klippe. Sie fiel! Entsetzt schie sie: "Nein...! NEEEEEIIN!"
    Dies würde ihr Tod sein. Dieser Gedanke erschütterte sie so sehr, dass jeder Bruchteil einer Sekunde wie eine Ewigkeit erschien. Bosartig lachend beugte sich Tazgosh über die Klippe, er wollte den panischen Gesichtsausdruck der Goblin sehen. Die Gobbos, dieses 'Wertlose Insekt', welches er in den Tod trat, sollte ihm noch ein letztes Grinsen bescheren und seine sadistische Ader befriedigen.

    Doch es war jene Überheblichkeit der Goblin gegenüber, die dem Ork seinen Tod bescherte. Ein mit Widerhaken besetztes Messer rammte sich in seine Brust und sein Lachen erstarb. "Nrgh...du...!" Verärgert starrte er auf die Klinge in seiner Brust - und bemerkte, dass ein Seil an ihr befestigt war. Dann ging alles ganz schnell. Nezlez war ein Fliegengewicht, doch machte sie sich die Fallgeschwindigkeit zu nutze. Mit einem kräftigen Ruck zog sie am Seil und machte einen Satz nach Oben. Der überraschte Tazgosh stöhnte schmerzhaft auf, als die Widerhaken der Klinge durch sein Fleisch schnitten. Zum ersten Mal zeigte sich Furcht in den Augen des monströsen Orks, denn er merkte, wie er den Halt verlor - und nicht mehr zurückgewinnen konnte. Tazgosh fiel.
    Auch das gehörte zu Nezlez finalem Clou. Noch im Sprung trat sie mit ihrem Stiefel auf den Nacken des fallenden Riesen und nutzte ihn wortwörtlich als Trittbrett um einen weiteren Sprung zu vollbringen. Mit aller Kraft streckte sie den rechten Arm aus und bekam die Felskante zu fassen. Unter ihr fiel Tazgosh, der Unbarmherzige, mit einem wut geladenen Brüllen in die Tiefe.

    Auch nach mehreren Sekunden war kein Aufprall zu hören. Mühsam zog sich Nezlez auf den Felsvorsprung hinauf. Sie hatte gewonnen.

  2. #167
    Dauerbesucher Avatar von Waltikon
    Registriert seit
    30.07.2011
    Ort
    Yuki´s und Lum Chengs LABYRINTH
    Alter
    45
    Beiträge
    136

    Standard

    Ein höllischer Schmerz ließ Celriel laut aufschreien. Ein Blick auf ihre linke Schulter offenbarte den Ursprung dieser Pein:
    Tyreinos‘ Schwert steckt darin und hatte den Arm beinahe abgetrennt.

    Zwar hatten sie die vielen, kleineren Verletzungen, die sie in diesem Kampf bisher davongetragen hatte, weit weniger beeinträchtigt, als sie es in einem normalen Kampf getan hätten.
    Doch diese schwere Wunde würde, nein, musste unweigerlich ihr Ende in diesem Kampf besiegeln.

    Das wars. Aus und vorbei.

    Mit hängendem Kopf sank Celriel auf die Knie und Tränen der Verzweiflung stiegen ihr in die Augen. Sie hatte alles riskiert und verloren. Und nun würde sie Tyreinos‘ Platz einnehmen müssen.
    Sie schloss die Augen. Gleich, gleich würde er den finalen Schlag ausführen und sie in die Verdammnis stürzen …

    Doch der Schlag kam nicht. Verwundert öffnete sie die Lider. Ihr noch zu Boden gerichteter Blick fiel als erstes auf die Beine des Elfenkriegers. Er kniete ebenfalls, direkt vor ihr. Ihr Blick wanderte weiter nach oben. Seine Hände umklammerten den Griff seines Schwertes, welches noch immer in ihrer Schulter steckte.
    Doch warum? Warum brachte er es nicht einfach zu Ende?
    Ihr Blick wanderte weiter nach rechts. Nun erst bemerkte sie, dass auch sie noch immer ihre Klinge in Händen hielt. Und diese wiederum hatte seinen Brustkorb auf Höhe des Herzens durchbohrt!

    Jetzt erst wurde ihr bewusst, was sich zugetragen hatte:
    Als sie den Luftzug links von ihr bemerkte, war sie herumgewirbelt. Doch anstatt den erwarten Hieb von oben zu parieren, hatte sie mit Wucht ihr Schwert in die Rauchwolke gerammt, und zwar dort, wo sie erwartete, dass sich sein Oberkörper befinden müsste.
    Und sie hatte getroffen, gut getroffen. Der Preis dafür war jedoch, seinen Hieb einstecken zu müssen.

    Nun endlich schaute sie in sein Gesicht. Ein trauriger Blick, gepaart mit einem gequälten Lächeln, erwarteten sie.
    „Ich gratuliere dir, Schwester.“
    Rorens Stimme klang sanft und doch verbittert.
    Celriel empfand Mitleid mit seiner armen Seele.
    Doch ehe sie etwas zu ihm sagen konnte, begann es um seine Wunde herum seltsam zu glühen.
    Das Glühen breitete ich aus, bis schließlich auch Celriel davon erfasst wurde …

    Um Luft ringend kämpfte sie sich an die Oberfläche, schoss förmlich aus dem Wasser. Mit einem tiefen Atemzug sog sie Luft in ihre Lungen, um gleich darauf hustend das Wasser auszuspucken, welches in ebendiese geraten war.
    Nur raus aus dem Wasser!
    Hektisch schwamm sie zum Ufer und hielt erst inne, als sie auf allen vieren auf dem Trockenen war.
    Jetzt erst richtete sie ihren Oberkörper auf, strich sich die nassen Haare aus dem Gesicht und sah sich um.
    Sie war wieder in der Höhle!
    Erschreckt taste sie ihren Körper nach all den Wunden ab, die sie in diesem sonderbaren Kampf davongetragen hatte. Sie waren alle weg. Auch ihre Schulter war unversehrt!
    Ein fröhliches Glucksen, dass in ein freudiges, erleichtertes Kichern überging, entsprang ihrer Kehle.
    Sie hatte es geschafft! Sie war der Verdammnis entkommen!
    Schlagartig hörte sie auf zu lachen. Sie griff nach ihrem Schwert, welches sich glücklicherweise in seiner Scheide befand.
    Wo war der Kraken? Und wo waren ihre Kameraden?
    „Cadan? Nezlez? Wo seid ihr?!“

  3. #168
    Na hast du Angst, Kleiner?! Avatar von Ironhide
    Registriert seit
    28.07.2011
    Ort
    Cybertron
    Alter
    35
    Beiträge
    1.783

    Standard


    Mühselig wehrte Cadan einen Angriff nach dem anderen ab, zeigte ihm der alte Mann ihm doch deutlich, wie gut er mit seinem Schwert umzugehen vermochte. Und dabei schien er nicht mal große Anstrengungen zu benötigen. In Kraft konnte er Cadan sicher nicht das Wasser reichen und er war sich sicher, ein platzierter Treffer, und er würde den Ritter niederstrecken. Doch dazu musste er erstmal die Möglichkeit eines Angriffes sehen. Der Ritter war schnell, sehr schnell. Schneller als alle menschlichen Gegner vor ihm, die Cadan bisher gegenüberstand.
    Kampferprobte und geschickte Gegner waren Cadan auch nicht fremd, doch auch die hatte er bisher immer schlagen können. Nun jedoch hatte er einen alten Ritter vor sich, der all diese Eigenschaften zu vereinen schien. Erfahren, schnell und äußerst geschickt. Eine solche Herausforderung hatte Cadan bisher nicht meistern müssen. Einfach drauf los prügeln, half nichts, das musste er sehr schnell feststellen. Wie also wollte er nun diesem Mann beikommen, der unter seinen Hieben hinwegtauchte oder sie gekonnt ablenkte, so das er kaum einen Treffer landete? Taktik war gefragt – und eine bessere Waffe. Zuerst einmal würde er den Ort des Kampfes verlegen müssen. Auf offenem Feld konnte Cadan durchaus seine Stärke ausspielen, brachte das aber nichts gegen einen Gegner, der zu schnell für ihn war und seine Attacken vorauszusehen schien.

    Wenn er es schaffen würde, den Ritter in eine Ecke zu drängen, würde er es einfacher haben. Doch gab es nichts, was dem irgendwie nahekam.
    „Halt doch mal still.“, knurrte Cadan mehr zu sich selbst als zu seinem Gegenüber. Natürlich tat der alte Ritter ihm den Gefallen nicht. Cadan war langsam wirklich genervt und war drauf und dran, sein Schwert weg zu werfen und den Ritter mit bloßen Händen und brachialer Gewalt auseinander zu nehmen. Würde er ihn erstmal zufassen bekommen, hätte der Mann ihm sicher nichts entgegen zu setzten. Doch die Chancen dafür standen nicht sonderlich gut.
    „Du denkst nicht wirklich das du gegen mich bestehen kannst, oder?“, gab der Ritter gelassen von sich. Er wusste, dass er früher oder später einen Treffer erzielen würde, der ihn als Sieger aus den Kampf hervorgehen lassen würde. Er musste nur darauf warten, das Cadan einen entschiedenen Fehler machte.

    Nach etlichen hin und her, standen Cadan und der alte Ritter wieder da, wo sie begonnen hatten, in der Ruine dessen was vielleicht mal eine Burg gewesen war. Der Trolljäger wirkte mitgenommen, hatte doch etliche Treffer bis hier her hinnehmen müssen, jedoch nichts was wirklich gefährlich war. Wäre dies ein Turnier, hätte er nach Punkten schon dreimal verloren.
    Cadan spürte die Mauer in seinem Rücken, die ihn daran hinderte, weiter Rückwärts zu gehen. Wieder musste er Hieben ausweichen, Funken sprühten als das Schwert des Ritters auf den Stein traf und darüber schabte.
    Langsam dämmerte es Cadan, dass er dem Ritter in die Falle gegangen war. Das sich Cadan gedacht hatte, den Ritter in die Enge zu treiben, hatte selbiger offensichtlich umgesetzt – ohne dass es der Trolljäger gemerkt hatte. Nun ging es nur noch vor, nach links oder nach rechts. In eine Richtung würde sich Cadan zu Boden werfen müssen.
    Rechts.
    Im fast selben Augenblick krachte die Klinge erneut in die Mauer, dort wo Cadan eben noch seinen Kopf hatte. Er spürte noch den Luftzug, hatte aber nicht die Zeit, sich wiederaufzurichten. Ein neuer Hieb gefolgt von dem nächsten. Cadan stolperte, rollte und robbte durch den Dreck, immer nur wenige Millimeter der Klinge voraus, die er dabei noch versuchte, mit seinem eigenen Schwert ab zu lenken. Nur zu gut wusste Cadan, dass er so leichte Beute war. Früher oder später wäre der alte mit dem Schwert schneller, als er selbst. Er musste wieder auf die Beine. Doch soweit kam es nicht. Urplötzlich stürmte der Ritter nach vorne, hatte offenbar genug einfach nur hinter Cadan hinterher zu dreschen und sprang auf den Hünen mit dem Schwert voran los. Immerhin war der Trolljäger ja auch kaum zu verfehlen. Bei dem Versuch, ihn abzuwehren, zersprang Cadans Schwert und gab den Weg für den kalten Stahl des Ritters frei um sich durch Seinen Leib zu bohren.

    Und plötzlich war es ruhig.

    Cadan spürte, wo sich das Schwert durch sein Fleisch geschnitten hatte, doch der große, ihm bekannte Schmerz, der entstand wenn sich irgendetwas tief in seine Haut bohrte, blieb aus. Etwas verwundert blickte der Trolljäger ans ich herab und erkannte, zu seiner Verblüffung, dass das Schwert des alten Ritters, ihn „nur“ gestreift hatte. Es steckte in der Mauer fest, hatte ihm lediglich einen tiefen Schnitt an der linken Seite und Arm zugefügt, nichts was ihn so schnell umbringen würde. In seinem Schoß lagen die zersplitterten Teile seines Schwertes, auf die er ungläubig sah. Scheingar hatte ihm das das Leben gerettet, sonst wäre der Stoß genau durch seinen Brustkorb gegangen. Nun sah er nach vorne, zu dem alten Ritter der ihn mit großen Augen ansah und irgendwas vor sich hin röchelte. Immer noch das Heft seines Schwertes fest im Griff seiner ausgestreckten rechten Hand, steckte die abgebrochene Klinge im Hals des alten Mannes und nahm ihm jede Möglichkeit, etwas zu sagen.
    Der Ritter, ließ sein Schwert los, sackte vor Cadan zusammen und schloss die Augen.

    Cadan hatte gewonnen. Verdient hatte er den Sieg nicht, das wusste er nur zu gut. Es war Glück, nichts weiter als Glück gewesen. Aber gewonnen war gewonnen. Cadan stand auf, blickte auf den alten Mann herab doch bevor er irgendetwas sagen oder tun konnte, wurde es schwarz um ihn herum und nahm ihm jede Sicht.
    Urplötzlich war er wieder im Wasser, fuchtelte wie wild mit den Armen und schaffte es irgendwie an die Oberfläche, wo er nach Luft schnappte und es Ceriel gleichtat. Auch er spuckte Wasser und schaffte es ans Ufer zu paddeln, wo er im seichten Wasser auf dem Rücken liegen blieb. Er hörte die Elfenkriegerin zwar, aber konnte oder wollte gerade nicht reagieren.

    Es dauerte einen Moment und er fing an zu lachen. Immer lauter, bis die ganze Höhle von seinem Lachen erfüllt war. Er hatte einen Sieg errungen, einen unverdienten Sieg. Gerade er, wo er doch so viel Wert darauflegte, einen Kampf stets anständig zu Ende zu bringen. Welch Ironie…

  4. #169
    Siedler Avatar von coel
    Registriert seit
    30.05.2016
    Ort
    Salzburg
    Alter
    29
    Beiträge
    213

    Standard

    Die gestelzte Redeweise der Elfe ging Rijok zunehmend auf die Nerven. Es erinnerte ihn an einige der Weichhaut-adligen die sich in inhaltslosen Wortgefeflechte kleideten um wichtiger zu erscheinen als sie eigentlich waren. Finster starrte er in den dunklen Gang vor ihm. Er glaubte der Elfe kein Wort aber er würde garantiert nicht vorneweg in die Dunkelheit marschieren um ihr das Gegenteil zu beweisen. Als Alari zu singen begann verdrehte er nur die Augen. Elfen. Das einzige Volk das vermutlich selbst den Gang zur Latrine für eine ausgezeichnete Möglichkeit hielt eine Ballade anzustimmen.

    Rijok blinzelte verwirrt. Verdammte Elfenmagie. Er machte sich nicht die Mühe über die Bilder nachzudenken die während dem Gesang vor seinem inneren Auge vorbeigezogen waren. Er war nur froh dass es vorbei war. Er warf einen Blick in den Gang in dem vor geraumer Zeit der Menschling verschwunden war. Es schien ihm verlockender ebenfalls nach dem rechten zu sehen, als stattdessen weiter der Elfe zuhören zu müssen. Er packte sein Schwert fester und schritt einige Schritte in den Gang. Nalim warf ihm einen fragenden Blick zu. Rijok zuckte nur mit den Schultern. "Ich komme zurück wenn ich über ihre Leichen stolper." erklärte er ernst und verschwand im Gang.

    Das feuchte Zwielicht der Höhle schlug ihm zunehmend aufs Gemüt. Als Kind der Wüste war im die hohe Luftfeuchtigkeit absolut unangenehm und er sehnte sich nach der unbarmherzigen Sonne der Wüste. Nach kurzer Zeit erreichte er einen weitläufigen Raum mit einem See in der Mitte. Ob das Wasser hier trinkbar war? Er hatte die unterirdischen Wasserresservoirs der Wüste selbst gesehen aber an diesem Ort schien nichts der normalen Ordnung der Dinge zu entsprechen. Aus den Augenwinkeln nahm er eine Bewegung an der Wasseroberfläche war. Ob es hier Fische gab? Gegen etwas Fisch hätte er wirklich nichts einzuwenden. Er vergaß für den Moment, dass er eigentlich nach den anderen Ausschau halten wollte und begab sich zum Ufer. Tatsächlich meinte er, trotz der schlechten Lichtverhätlnisse, einen Schatten unter der Wasseroberfläche ausmachen zu können. Er watete einige Meter in den See hinein und hielt die Hände dicht über die Wasseroberfläche um jeden Moment zupacken zu können. Tatsächlich schoss der Schatten auf ihn zu. Etwas lang für einen Fisch. Vielleicht ein Aal? Seine Hände tauchten ins Wasser und griffen in etwas schleimiges. Er hätte es wissen müssen. Der See hatte normal gewirkt. Zu normal für diesen von allen Göttern verlassenen Tempel mitten im Nirgendwo. Trotz seiner stattlichen Statur wurde Rijok mit spielerischer Leichtigkeit vom Greifarm des Krakens emporgehoben. Die mit Obsidiansplittern besetzte Keule glitt wirkungslos an der glitschigen Tentakel ab, bevor er hart auf der Wasseroberfläche aufschlug. Das Heft der Waffe glitt ihm aus der Hand und sämtlicher Sauerstoff wurde ihm aus den Lungen gepresst. Panisch schnappte Rijok nach Luft und schluckte Wasser. Der Würgereiz war überwältigend, der Druck auf seinen Ohren lies ihn beinahe die Besinnung verlieren während er tiefer und tiefer in die Schwärze gezogen wurde.

    Verzweifelt versuchte er einen Gedanken zu fassen, doch der dröhnende Schmerz machte jeden Versuch zunichte. Fassungslos und völlig hilflos musste er mitansehen wie sich das Licht der Wasseroberfläche weiter und weiter von ihm entfernte. Plötzlich verblasste der Schmerz und machte einer absoluten Leere platz.

    Aus Panik wurde Verwirrung. Rijok versuchte einen Arm zu heben, doch er konnte seinen Körper nicht fühlen. Er fragte sich ob er nun im Jenseits war. Wenn dem so war hatten sich die Götter offenbar nicht besonders viel Mühe gegeben. Doch der Zustand des Nichts hielt nicht lange an. Die undursichtige Finsternis schien sich ein letztes Mal zusammenzuziehen bevor sie einer neuen Szenerie wich. Er saß in einem mit Kissen gepolsterten Stuhl der offensichtlich für einen Menschen gedacht war und unterm dem Gewicht des Drah'zil gefährlich knackte. Perplex musterte er den Raum in dem er sich befand. Vor ihm stand ein Tisch mit einem leeren Stuhl auf der gegenüberliegenden Seite. Anderes Mobiliar gab es nicht. Ein prasselndes Kaminfeuer warf lange Schatten auf die gegenüberliegende Wand, die aus einer einzigen riesigen Leinwand zu bestehen schien. Das dort aufgetragene Schlachtgemälde war von einer Qualität die eher in einen Thronsaal gepasst hätte. Drah'Zil kämpften mit Kreaturen die Rijok völlig unbekannt waren. Der Kampf war von einer Farben und Detailpracht die Rijok für unmöglich gehalten hätte. Doch noch verblüffender war, was sich am Himmel über dem Schlachtfeld abspielte. Dort thronte tatsächlich Asha in ihrem himmelblauen Schuppenkleid und spie Feuer auf die Feinde der Drah'Zil. Wer auch immer der Künstler gewesen war musste Asha persönlich begegnet sein. Das Gemälde war bis auf die letzte Schuppe akkurat. Selbst auf Leinwand gebannt schien sie eine grausame Autorität auszustrahlen. Rijok war so von dem Gemälde gebannt, dass er zunächst gar nicht bemerkte wie sich auf der anderen Seite des Raums eine kleine Holztür öffnete. "Gefällt es euch? Der große Ceratol selbst hat es gemalt." Rijok fuhr aus dem Stuhl und griff an seine Hüfte an der sich jedoch keine Waffe befand. "Ihr braucht euch nicht vor mir zu fürchten, Sohn Ashas." erklärte die Stimme belustigt. Rijok tastete dennoch nach einem der Messer an seinem Gürtel ehe er sich der Sprecherin zuwandte.

    Vor ihm stand eine Schuppenlose, doch sie war nicht nur schuppenlos, sie war zudem jung. Definitiv ein Schlüpfling der kaum mehr als ein Jahrzehnt an Lebensjahren gesehen haben konnte. Sie trug eine einfache Stoffrobe aus Leinen und hielt ein Tablett mit zwei Tassen in den Händen aus denen es verführerisch dampfte. Ihr langes, blondes Haar war zu einem Zopf geflochten der ihr über die Schulter fiel. "Wer seit ihr und wo sind wir hier?" Das Mädchen ignorierte seine Frage zunächst um das Tablett auf dem Tisch abzustellen und auf dem gegenüberliegenden Stuhl platzzunehmen. "Mein Name ist Sara und ihr befindet euch hier in einer Zwischenwelt im Innern jener Schattenkreatur die euch getötet hat. Auch ich wurde von diesem Wesen getötet, doch das ist schon viele Jahre her. Bevor ich euch jedoch die Regeln dieses zynischen Spiels erkläre wüsste ich gerne wen ich vor mir habe. Seit ruhig ausführlich. Wenn es in dieser Welt etwas im Überfluss gibt ist es Zeit." Welches Spiel? Rijok war verwirrt, entschied jedoch seine Fragen zurückzustellen und der Aufforderung des Schlüpflings nachzukommen. "Mein Name ist Rijok Silberklinge. Ich bin ein reisender Händler." Das Mädchen blickte ihn weiter auffordernd an. Als sein Schweigen andauerte schnaubte sie empört. "Und ich dachte der letzte Drah'zil der hier auftauchte wäre ein schweigsamer Kerl gewesen. Dann stelle ich euch eben Fragen: Ich habe noch nie von einem weißschuppigen Drah'Zil gehört. Was hat es damit auf sich?" Empört sprang Rijok auf und knurrte das Schlüpflingsmädchen wütend an. "Wollt ihr mich verspotten, Weichhaut?" Seine Wut verflog als er sah wie sein Gegenüber anfing zu zittern. Mit schreckgeweiteten Augen starrte sie ihn an, die Hände schützend üben den Kopf haltend, als erwarte sie jeden Moment, dass er sie niederschlug. Die ganze Situation war Rijok äußerst unangenehm. Räuspernd nahm er wieder auf seinem Stuhl platz. "Diese Frage ist äußerst.... unhöflich." Er nahm einen winzigen Schluck aus der Teetasse, die er nur unter Aufbringung all seiner feinmotorischen Fähigkeiten in den Klauen halten konnte und seufzte. "Habt ihr noch nie von Bleichhaut-seuche gehört?"

    Stunden vergingen und Rijok genoss das Gespräch mit dem Schlüpfling zunehmend. Sie erzählte ihm von ihren Eltern, die Teil einer Gruppe von Schatzjägern gewesen war und wie sie bei der Erkundung des Tempels auf jenen Kraken gestoßen war, der auch ihn erwischt hatte. Ob auch ihre Eltern in einer Parallelwelt festsaßen wusste sie nicht, aber sie hatte die Hoffnung darauf sie jemals wiederzusehen vollständig aufgegeben. Er wiederum erzählte von seiner Zeit als Händler ehe die Seuche alles verändert hatte. Sara erzählte auch von den verschiedenen Gestalten die sie über die Jahre in ihrer Parallelwelt besucht hatten, ohne jedoch zu erwähnen wieso diese nun fort waren sie jedoch immer noch hier. Sie war gerade bei einem Bericht über den betagten Elfenkünstler Ceratol, der das Wandgemälde angefertigt hatte, als ein Beben den Raum erschütterte. Alarmiert blickte sich Rijok nach der Tür um doch Sara seufzte nur schicksalsergeben. "Es scheint als neige sich die uns gewährte Zeit ihrem Ende." Sie deutete auf einen Waffenstand neben dem Kamin an dem mehrere Schwertklingen funkelten. "Nehmt eins davon." Als Rijok sie, statt ihrer Aufforderung nachzukommen, nur perplex anstarrte zuckte sie nur traurig mit den Schultern. "Den Regeln dieser Welt nach müssen wir uns in einem fairen Zweikampf messen. Der Sieger verlässt diesen Ort, der Verlierer bleibt bis der nächste törichte Wanderer über den Kraken stolpert. Da ich mir keinerlei falsche Hoffnungen mache im Zweikampf gegen euch zu bestehen bitte ich euch schlicht es kurz und schmerzlos zu machen."

    Rijok hatte Schwierigkeiten diese Neuigkeiten zu verarbeiten. Er musste den Schlüpfling töten um wieder zurückzukehren? Er wusste dass er nicht hierbleiben konnte, doch der Handel erschien ihm nicht fair zu sein. Zögernd wanderte sein Blick zu den Schwertern an der Wand und zurück zu dem jungen Ding auf der anderen Seite des Tischs. "Ich brauche euer Mitleid nicht!" zischte sie verbittert. Langsam erhob sich Rijok, schritt auf den Wandhalter zu und griff sich ein Schwert. Er hatte einen ausgeprägten Überlebenswillen und wusste was er tun musste, auch wenn es ihm unangenehm war. "Dies ist kein fairer Zweikampf." murmelte er gedehnt. Doch die Äußerung brachte ihm nur ein müdes Lächeln ein. "Ich habe die Regeln nicht gemacht. Es ist der einzige Weg zurück. Oder gefällt es euch hier so gut, dass ihr lieber bleiben wollt?" Die Frage klang spöttisch, doch für einen winzigen Augenblick konnte Rijok das Aufkeimen irrationaler Hoffnung in ihren Augen sehen. Er wünschte sich er hätte stattdessen das Wandgemälde betrachtet. Er schwieg und die stumpfe Resignation kehrte zurück in die tiefblauen Augen des Schlüpflings.

    Sara erhob sich und nahm ruhig einen letzten Schluck Tee bevor sie in die Knie ging und ihren Hals vor ihm entblößte. "Wenn ihr mir einen Gefallen tun wollt erinnert euch an mich," ihre Stimme war nun kaum noch mehr als ein zerbrechliches Wispern. "so wie ich mich an euch erinnern werde, Rijok Silberklinge. Bis ans Ende der Zeit." Die Klinge beschrieb einen Halbmond. Rijok schloss die Augen, doch er konnte regelrecht fühlen wie die Klinge durch die dünnen Halswirbel schnitt. Der Aufprall hallte über seine zittrigen Arme, einem Gongschlag gleich, durch seinen gesammten Körper. Obwohl seine Krallen in Handschuhen steckten konnte er regelrecht spüren wie das Blut an ihnen klebte. Er fühlte sich schmutzig. Eine Art von Schmutz die er nie würde fortwaschen können und die auch durch die offensichtliche Notwendigkeit seines Tuns nicht weniger abstoßend wurde. Er wagte es nicht die Augen zu öffnen. Auch nicht als es um ihn herum zu rauschen begann und absolute Schwärze über ihn hereinbrach.

  5. #170
    Siedler Avatar von coel
    Registriert seit
    30.05.2016
    Ort
    Salzburg
    Alter
    29
    Beiträge
    213

    Standard

    Aine wandte sich um, als sie die kommenden Schritte hörte. Die Drah’Zil und Vidar nahmen eine Kampfhaltung ein, um einer möglichen Bedrohung entgegen zu wirken. Die Anspannung war beinahe greifbar. Die gespaltenen Zungen der Drah’Zil bewegten sich aufgeregt aus dem Schlitz in ihrem Maul, während die Gesichter von Vidar und Alari wie versteinert waren.
    Als man erkannte, dass der andere Teil ihrer Gruppe zurückgekehrt war, entspannte sich die Situation ein wenig, doch die mysteriöse, dunkle Wirkung des Tempels lag immer noch wie Blei auf ihnen. Dieser Ort beanspruchte nicht nur ihren Körper durch seine Hindernisse, sondern auch den Geist auf eine Art und Weise, die Aine noch nicht erfassen konnte. Noch nie zuvor hatte sie etwas Derartiges empfunden, was sie an ihrer Auffassung der Realität zweifeln ließ. Seit die Stimme zu ihr gesprochen hatte, suchte sie nach Antworten, doch keines ihrer Bücher, die sie studiert hatte, konnte das Geheimnis lüften. Sie ahnte eine Bedrohung und fürchtete sie. Ihre Hände begannen zu zittern alleine durch den Gedanken, dass sich ihre größte Angst bewahrheiten würde.
    Immerhin wurde sie abgelenkt, als Celriel ihr Erlebnis mit dem Kraken erzählte und möglicherweise einen Weg durch die Schatten gefunden hatte. Cadan, Nezlez, Rijok und Celriel strahlten einen eigenartigen Schimmer aus. Er war sehr diskret und Aine fiel es erst beim genaueren Betrachten ihrer Begleiter auf. Auch wirkte ihr Äußeres frischer und entspannter im Vergleich zu den Anderen.
    „Sollen wir es wagen?“, fragte Celriel ohne jemanden dadurch direkt anzusprechen.
    „Wir müssen“, entgegnete Vidar ihr entschlossen, „Wer will es versuchen?“
    Cadan, der seltsamerweise äußerst niedergeschlagen wirkte, stampfte wortlos auf den Gang zu, aus welchem das stetige Flüstern lockte. Er zögerte einen Augenblick, dann trat er in das Dunkeln. Wie ein Schiff das Meerwasser teilte, so wichen die bedrohlichen Schatten Cadan aus, als fürchteten sie seine Berührung.
    „Es scheint tatsächlich zu funktionieren“, erkannte Vidar mit Erstaunen und Zufriedenheit in seiner Stimme. Sogleich wurde Nezlez dazu ermutigt und auch sie schritt unbehelligt durch den Gang.
    „Ihr wirkt wie Fackeln in der Nacht. Ein Schein, welcher der Dunkelheit trotzt und sie verdrängt“, Alari lächelte schwach und doch hoffnungsvoll, „Wenn wir an eurer Seite schreiten, werden wir wahrscheinlich vor dem gierigen Griff der Schatten bewahrt.“
    Obwohl Aine das Gegenteil befürchtete, behielt die Elfe mit ihrer Vermutung recht, als sie zusammen mit Celriel die Schatten durchquerte. Nach und nach konnten sie alle unbeschadet auf die andere Seite gelangen.
    Aine betrachtete ein letztes Mal die Schatten hinter sich. Was für andere Schrecken hatte Zarlandris erschaffen? Einerseits beeindruckte sie die Macht des Hohen Drachen, andererseits beängstigte sie das skrupellose Erschaffen von Kreaturen, die eine tödliche Gefahr darstellten. Sollten die Drachen die Völker nicht schützen? Alari musste - wenn sie lebend aus diesem gottverlassenen Ort herauskommen würden – ihr einige Fragen dazu beantworten, wenn sie überhaupt etwas wusste.
    Ein steinernes Tor versperrte ihnen den Weg, doch mit Hilfe des Drah’Zil Kriegers und Cadan konnte sie massiven Flügel beiseiteschieben und eine Kammer offenbaren. Inmitten dieser stand ein Schrein, auf welchem ein kunstvoll verzierter Kelch ruhte.
    Erleichterung und Zufriedenheit erfüllte die Gruppe und freundschaftliche Gesten wie Schulterklopfen wurde von Einigen ausgetauscht. Doch die Freude ergriff nicht die Magierin. Ein letztes Hindernis hatte man ihnen in den Weg gelegt und wäre Aine nicht misstrauisch gewesen, hätte sie es vermutlich nicht einmal bemerkt. Ein Wort, das sie hoffte, niemals auszusprechen, verließ ihre Lippen und beendete die Freude der Gruppe wie ein Hammerschlag.
    „Blutmagie.“
    Es war der erste Schritt in die verbotenen magischen Künste und nur das bloße Studium wurde schwer bestraft. Allerdings gab es keine bekannten Aufzeichnungen darüber und viele Magier verneinten sogar die Möglichkeit derartige Magie zu wirken. Ihre Lehrmeisterin hatte sie jedoch darin geschult, die schwache Aura zu spüren. Blutmagie diente als reine defensive Macht. Die Kunst Fallen zu erschaffen, welche Ahnungslose entweder grausam verstümmeln oder schlichtweg umbringen konnte. Blut konnte man nur mit Blut lösen und die Negierung des Kreises, welcher das Artefakt schützend umgab, erforderte einen hohen Preis. Einen, den einer von ihnen bezahlen musste.
    „Wir brauchen ein Herz. Ein frisches, noch schlagendes Herz. Ansonsten wird keiner von uns den Blutschild durchdringen können.“
    Keiner von ihren Begleitern sagte auch nur ein Wort. Stattdessen warf man sich verunsicherte Blicke zu.
    Ihr Mund fühlte sich trocken an. Doch sie war bereit sich zu verteidigen, wenn nötig.
    „Wer ist bereit sich zu opfern?“


  6. #171
    Siedler Avatar von Fruwluamressaw
    Registriert seit
    19.06.2016
    Ort
    Planet Erde!
    Beiträge
    202

    Standard



    Abermals war Nezlez dem Tod knapp entkommen. Und sie sollte die Letzte sein, die sich für die Gruppe freiwillig opfern würde. Sie war gierig. Allein schon die Tatsache, dass der eigene Besitz des Artefaktes momentan beinahe Unmöglich war, ärgerte sie. Klar, sie hätte genau so gut schon tot sein können, aber jetzt da ihr Leben vorerst wieder sichergestellt war, wollte sie mehr - mehr und nicht weniger. Instinktiv spannte sich ihr Körper an, denn dass sich jemand wirklich freiwillig opfern würde, konnte sich Nezlez kaum vorstellen. Es würde eine Verschwörung geben und eine Gruppe würde sich für ein Opfer entscheiden...so würden es Goblin schließlich auch tun. Dass sie hier eine der kleinsten und wenig beliebten Personen war, beruhigte sie nicht gerade.

    Unsicher Blicke wanderten hin und her und noch traute sich keiner, einen Einwand zu bringen. Denn der erste der Sprach, würde schließlich auch auf sich aufmerksam machen. Und wer wollte das gerade? Allerdings gab es auch immer noch die Möglichkeit, dass jemand sie vorschlagen würde und andere zustimmen würden. Nezlez wollte diesen Erstschlag verhindern, ohne sich selbst zur Zielscheibe zu machen. Sie musste also listig sein. Eins...zwei...drei.....zehn. Zehn Personen waren insgesamt vor Ort. Angenommen, das Glück würde entscheiden, so läge die Chance zu sterben bei nur 10 %. Ein annehmbares Risiko, befand Nezlez.

    "Seien wir ehrlich zu uns, Freunde." "Freunde..." "Vor solch einer Entscheidung, über das Beenden seines eigenen Lebens oder das seiner Mitstreiter zu bestimmen, sollte keine Kreatur der Welt gestellt werden. Wenn es keinen anderen Weg gibt, wäre mein Vorschlag daher, den Zufall entscheiden zu lassen. "

    Pfui Teufel...jetzt klang ich bestimmt schon fast wie die Elfe. Hoffentlich lässt mich das wenigstens gut dastehen und macht mich nicht zur Zielscheibe...
    Nezlez bereitete sich darauf vor, jeden Moment die Beine in die Hand zu nehmen und zu verschwinden.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •