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  1. #1
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    Standard ~Alter Schrott~

    also nich wundern wenn ihr es woher kennt

    so ich hab mal gekrammt und fast 10 jahre altes zeug von mir gefunden
    und dachte mir gut hauste das mal hier rein
    an der stelle nochmal danke Albin für das drüber lesen und helfen ^^

    und hier die Diskussion
    http://www.lemrith.net/showthread.php?t=30
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    Dunkel

    Es gibt nicht viel zu sehen in dem Raum. Alles ist Pech schwarz. Man hört nur ein Geflüster.
    „Hmmm hast du immer angst im Dunkeln?“
    „Ja! Wenn es dunkel ist mag ich nicht spielen! Aber …. Ich muss immer spielen!“
    „Du musst spielen? Wer will denn mit dir spielen?“
    „Das kann ich dir nicht sagen!“
    „Warum? Wir haben uns doch immer alles erzählt!“
    „Ja das weiß ich, nur wenn ich das mache bekomme ich ärger!“
    „Von wem denn! Und was passiert wenn du es doch machst?“
    „Weißt du einmal da habe ich mal versucht was zu sagen und es wurde dunkel um mich herum, am helllichten Tag!“
    Es kehrte für ein Moment Stille ein und man hört nur das sich jemand unter einer Bettdecke bewegen. Auch ein Schluchzen durchdrang die Dunkelheit.
    „Hättest du mir nur früher davon erzählt! Dann wäre so vieles nicht passiert!“
    „Ich weiß! Du musst wissen, wenn ich mit spiele dann spielt er nicht mit anderen. Und ich möchte ja nicht, dass das passiert.“
    „Okay aber jetzt schlaf ja! Ab heute musst du nicht mehr spielen!“
    „Gut! Weißt du zum ersten Mal kann ich schlafen und muss nicht spielen. Das ist so schön!“

    Die Nacht ging vorbei und Licht versuchte unter dicken Jalousien hervorzukommen.
    Man konnte nun das Zimmer sehen. Viel stand nicht drin: ein kleines Bett, in dem ein Mädchen schlief, ein Tisch, eine Schrankwand, der man ihr 30 Jahre nicht schön reden konnte, etwas Spielzeug verteilt auf dem Boden und ein Bild an der Wand.
    Ein Familienfoto, alle hübsch auf der Treppe drapiert, in ordentlichen Sachen und einem gequältem Lächeln. Zumindest eine kleine Person lachte nicht und schaute verloren auf dem Foto. Eine Hand lag auf ihrer Schulter und man erkannte an der Kleidung, dass sie streng auf ihr lag.

    Sie stand auf, langsam aber sicher setzte sie einen Fuß vor den anderen. Schritt für Schritt ging sie zum Fenster und öffnete die Jalousien.
    Das Licht zeigte Verfärbungen auf der Haut und Narben aber es war ihr egal, sie genießt das Licht, das wieder zurück kommt.
    Ein kurzer Griff in ihr Kleidersammlung und eine hastiger Griff zu den Schuhen und los ging es hinaus aus der Tür, hinaus auf die Straße und das Leben genießen.

    Eine Stunde verging und sie hatte ihr Ziel erreicht. Ein kleiner Bach mit einem Baum am Ufer, er war nicht schön aber doch so unfassbar anziehend.
    Eine leichte Brise wehte um ihre Nase und sie atmete die Luft als ob sie dies in 14 Jahren nie getan hatte. Sie genoss das Rascheln der Blätter.
    Kurz griff sie in ihre Tasche und zog ein Bild von jemandem heraus.

    „Ich habe mich getraut, zu spät denn ich war schon kaputt und werde nie wieder ganz sein, aber ich habe keine Angst mehr im Dunkeln! Ich habe mein dunkles Blut von meinem Arm laufen sehen, aber das wird verheilen. Ich war ziellos, aber ich habe einen Weg gefunden und beschlossen ein Ziel zu finden! Ich habe nicht mich auf gegeben, ich habe dich aufgegeben!“

    Ein Ratschen folgte und viele Schnipsel des Fotos landeten im Wasser.
    Und sie lächelt und fand es komisch, das hat sie schon lange nicht mehr getan. Es war schön. Das gab ihr immer mehr Mut, im Dunkeln stark zu sein


  2. #2
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    Ein Tag

    Es ist Samstag, glaub ich, als mich die Sonne aus meinem Bett holt.
    Ein Blick zum Wecker und schon ist mir klar – Scheiße, ich hab verpennt!
    Um zehn wollte ich bei meiner Freundin sein und nun ist es schon halb zehn. Aber das bringt mich nicht weiter; passiert ist halt passiert. Kurzer Anruf und fertig ist die Laube.
    Zähne putzen und ein kurzer Plausch mit meiner Mama, die mich immer noch mit Tränen in Augen ansieht.
    Ob sie weiß, dass ihr Blick mich jedes Mal den Tränen nah bringt?!
    Wohl eher nicht. Sie gibt sich ja Mühe und lacht ab und zu.
    Egal, nun aber los. Meine Freundin wohnt ja immerhin am anderen Ende unseres Dorfes.

    „Ich hab dich Lieb!“, ruft sie mir hinterher. Das macht sie jetzt immer. Sie meint, man weiß ja nie, wie lange man jemanden um sich hat und sie würde sich Vorwürfe machen, wenn sie es nicht mehr gesagt hätte.
    „Ich dich auch!" Das mach ich, damit sie sich gut fühlt. Ich mein, ich denke auch so, aber ich behalte das lieber für mich. Rums! macht das Hoftor, das mir wohl aus der Hand geflogen und sehr laut im Schloss gelandet ist. Schön ist es hier draußen. Herrlich große Pappeln stehen an der Straße und spenden Schatten.

    Naja, mir ist etwas aufgefallen beim Laufen.
    Die Leute, die an mir vorbei laufen, schauen mich an, so ähnlich wie meine Mom das ab und zu mal macht.
    Komisch, dass sie jetzt gucken. Dabei hatten sie alle doch so lange scheinbar nichts gesehen.
    Als ich mit blauen Augen hier lang gelaufen bin, haben sie nicht geschaut, aber heute gucken sie. Naja, egal jetzt. Sollen sie halt. Wer weiß, vielleicht fühlen sie sich ja jetzt besser oder so.
    Und eigentlich ist es mir auch völlig egal, um nicht zu sagen: drauf geschissen.

    Ich bin endlich fast da. Um die Ecke noch. Schwups, kann der Tag endlich beginnen.
    Von weitem sehe ich ein Auto kommen, besser gesagt rasen.
    Aber von so etwas lasse ich mich nicht weiter ablenken. Denke ich.
    Denn es wird langsamer und langsamer, bis es neben mir zum Stehen kommt.
    Und mir wird schlecht. Ich glaube, hätte ich nicht gelernt mich zu beherrschen, hätte ich losgekotzt.
    „Hallo! Wie geht es dir?", kommt es aus dem Auto. Ich sage nichts und bliebe stumm. Wie kommt diese Person nur darauf, dass ich mit ihr reden würde. Mich packt der Ekel und die Wut. Ich verdrehe die Augen und mit einem Würgegeräusch beende ich diese einseitige Konversation und gehe weiter.
    „Scheiß Fotze!“, kommt es noch und ich denke mir: Uhhh. Der ist neu.
    Und ich kann machen, was ich will. Es geht mir am Arsch vorbei und mir kommen trotzdem die Tränen.
    Egal jetzt, denn ich bin da. Ich gehe auf ihren Hof und sehe schon ihre Eltern. Sie schauen echt wie meine Mom. Nur eine schaut anders: meine Freundin. Sie setzt nicht diesen "Es tut mir so leid, was alles passiert ist und hätten wir das doch nur gewusst"-Blick auf. Sondern schaut mich ganz normal an, ohne sich irgendwas dabei zu denken. Sie sieht die Tränen und schweigt.
    Dafür bin ich ihr dankbar und ich hoffe, sie schaut in vielen Jahren auch noch so.


  3. #3
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    Interview

    Ich sitz hier in diesem scheiß dämlichen Wartezimmer. Man kennt diese scheiß Räume ja, sehr spartanisch eingerichtet, ne kleine Kunstblume auf einem Glastisch und irgendwo hängt ein Bild von so einem Pseudokünstler. Immer viel zu bunt und voll gepackt für meinen Geschmack, aber gut. Jedem, wie er es mag.
    „Der nächste, bitte“, sagt eine ziemlich korpulente Frau und blickt zu mir.
    Ich nicke also und komme mir vor, wie in einer Massenabfertigungsfabrik.
    „Hallo. Schön, dich kennen zu lernen“, säuselt mir eine Frau zu, die auch nicht so sonderlich hübsch aussieht und wohl nicht älter als Mitte Dreißig ist.
    „Jupp! Hallo.“ Mehr bringe ich nicht raus. Die Tatsache, dass ich noch vier Wochen lang hier jeden zweiten Tag her muss, macht mich ganz dusselig in der Birne.
    Hinzu kommt, dass sich jemand, der mich nicht kennt aus belanglosen Sätzen, die ich eigentlich nur aus Langeweile sage, ein „Profil“ von mir erstellt.
    Weil sie irgendwann mal ein Buch oder von mir aus auch mehrere Bücher gelesen hat.
    Anscheinend kann man super alle Leute in eine Schublade stecken und mit einen bisschen Wortsalat sagen, was der Person fehlt.
    „Also, wie ist den dein Name?“, fragt sie und schaut mich nicht mal an, sondern kritzelt irgendetwas auf ihren Block.
    Ich sage erstmal nichts. Man kann die Leute ja wenigstens anschauen beim Reden.
    Dann schaut sie auf und deutet mir, mich zu setzen. Ein Sofa steht ihrem Sessel gegenüber. Oh man, wie Klischeehaft, muss ich grade denken. Mit einem Schmunzeln und einem leichten Kopfschütteln setze ich mich.
    „Also, wie war dein Name?“ Als sie mich das fragt, faltet sie ihre Hände.
    „Naja, sagen wir mal so: Er bedeutet 'Gott war gnädig!'“ Ob sie merkt, dass mich ihr Getue nervt und langweilt.
    Anscheinend, denn wieder schreibt sie irgendeinen Plunder auf.
    „Okay. Was glaubst du, warum du bei mir bist!?“
    „Ehrlich gesagt weiß ich das nicht und es ist mir auch scheißegal! Wenn es nach mir ginge, würde ich jetzt gehen, aber ich habe versprochen, dass hier zu machen und ich halte meine Versprechen!“
    Also fängt sie an, mir Fragen zu stellen über Gott und die Welt. Ihre Worte kommen wie ein Rauschen an und ich denke mal, mein Blick zu ihr sagt mehr als tausend Worte.
    Eigentlich nicke ich nur, ab und zu lass ich mal Wortbrocken nieder rasseln. Ich mein, es ist egal was ich sage. Sie hat sich ihr Bild gemacht. Ich könnte auch nackt Tango tanzen und es würde nichts ändern.
    Es klingelt ein Wecker.
    „Danke für die Unterhaltung mit dir“, raunt es mir entgegen.
    „Ahhh ja, bitte. Ist ja kein Problem.“
    Ich war noch nie so dankbar, dass zwei Stunden vorbei sind. Oder auch nicht; Mein Tag ist vollgestopft mit jeder Menge Therapie und Essen, fünfmal am Tag. Ich könnte kotzen, aber gut. Ich habe ja gesagt, ich mache den Scheiß hier mit.
    Ich lass die Tür mal so richtig in das Schloss donnern, denke ich mir und tue das auch. Dann bleib ich kurz stehen und öffne die Tür wieder.
    „Das war Absicht. Können Sie auch gleich mit dazu schreiben. Immerhin tun sie ja offenbar nichts anderes, als Leute nach ihrem Leben auszufragen und merken dabei nicht, dass viele nicht darüber reden wollen! Aber egal, jeder hat ja eine Daseinsberechtigung.“
    Erneut schließe ich die Tür und gehe die Treppe hinunter. Auf dem Weg kommt mir Chris entgegen.
    „Hey, wo musst du hin?“
    „Ahhh, ich muss jetzt meine Schule machen für die nächsten 5 Stunden! Und du?“
    „Ich muss hoch zu der Alten! Mein Interview geben!“
    Ich schmunzelte und wünschte ihm viel Spaß.
    Jaaa, so ein Interview kann schon scheiße sein, wenn man nicht lernt, mal einen anderen Weg zu gehen.


  4. #4
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    Dämon

    Der Boden, auf dem ich liege, ist hart und steinig. Wie Schmach bohren sich die kleinen Steine in meine Haut. Wenn ich mich anschaue, sehe ich wie die Worte Wut, Hass und Trauer, die deine Klinge in meine Haut schnitt, bluten.
    Noch einmal will ich aufstehen und mir denn Speer der Pein aus meiner Brust reißen und meine Klinge wetzen. Noch einmal will ich Mut zeigen und Stärke beweisen.
    Also stemme ich meine Arme, auf die meine Klinge Hoffnung und Wille schrieb, gegen den Boden.
    Und greife nach meinem Schwert, welches voll Blut auf dem Boden liegt und ziehe es durch den Dreck zu mir.
    Um dich aufzufordern, dein Schwert zu erheben und mir entgegen zu strecken.
    Doch deine Klinge wird an meiner bersten.
    Ich drücke mich gegen eine Last, die ich mit mir trage, doch brennt in mir ein Feuer, welches du nicht kennst und zu unterschätzen wagst.
    Mit Wucht stemme ich mich hoch und meine Füße tragen mich auf schnellen Wegen zu dir.
    Ich vermag meine Klinge nicht mehr ganz zu heben, dafür reicht die Kraft nicht mehr, aber sie wird reichen um dich zu Fall zu bringen.
    Die Spitze des Schwertes schleift auf dem Boden und wirbelt mir Staub und Dreck ins Gesicht, doch habe ich beschlossen mich nicht abbringen zu lassen.
    Der Wehmut treibt mir immer mehr Tränen in die Augen und sie werden schwer, aber mein Wille schürt das Feuer weiter an, welches mich treibt.
    Ich rase auf dich zu und hebe mein Schwert, während ich auf dich springe.
    Das Geräusch, als mein Schwert die Luft durchschneidet, bringt mir ein Lächeln auf die Lippen und ich schmecke die bleierne Luft und mein schweres Blut.
    Während du mir deine Klinge entgegenstreckst, fliegt meine schon auf dich hernieder.
    Die Funken, die unsere Klingen werfen, brennen sich in meine Seele, doch ist dein Metall zerborsten und meines angeschlagen.
    Die Schärfe zerschneidet dir dein Leib und trennt Kopf von Körper. Ich lande erneut auf dem harten Untergrund, aber diesmal auf meinen Füßen. Mein Körper ist voll von unserem Blut und unseren Tränen.
    Hab ich doch gegen mich gekämpft und kannte ich doch deine Schmerzen, die auch meine sind.
    Ich lasse mein Schwert fallen und nehme mir ein Stück von dir, nein mir.
    Ich werde es in Ehren halten und werde zu gegebener Zeit an dich denken.
    An dich, meinen Dämon, der mich fast zu Fall brachte.
    Lange werde ich mir die Wunden lecken, die mir diese harte Klinge brachte.
    Doch waren sie nicht falsch. Die Wunden waren nur zu tief, um ohne diesen Kampf lebend hier auszubrechen.
    Einen letzten Blick zurück gönne ich mir, denn mein Mut brachte auch Stolz mit sich. Ich werde ihn brauchen, denn der Weg, der vor mir liegt, ist voller Dämonen, die mein Gesicht gestohlen haben und meinen Willen in die Tiefe ziehen.
    Aber meine Klingen werden stärker sein, mein Metall wird nie bersten, solange ich nur meine Augen nicht schließe und meinen Kopf klar halte.


  5. #5
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    Ende

    Als ich heute nach Hause kam und die Tür hinter mir schloss, da zitterte mein Atem schon und meine Augen wurden feucht.
    Ich wusste was heute mit dir passiert und auch mit mir.
    Meine Schritt waren langsam aber bestimmt, ich bog um die Ecke und du saßt schon Stur vor der Eingangstür und hast deinen Blick zu mir gerichtet und mein Herz wurde schwer.
    Einen tiefen Atemzug machte ich noch und dann begab ich mich zu dir.
    Ich feuerte meine Tasche in die Ecke und setzte mich zu dir.
    Dabei habe ich zum ersten Mal überlegt ob du weinen kannst. Wieder liefen mir die Tränen und ich legte meinen Kopf an deine Schulter, dabei merkte ich wie dein Kopf auch an meinem lag.
    Ich richtete mich auf und habe noch mal deinen Blick gesucht dabei hast du mir die Wange gestupst. Als ob du mir sagen wolltest Alles wird gut.

    Ein letztes Mal habe ich zurück gedacht.
    Als wir damals klein waren habe ich mich oft zu dir gelegt, deine Wärme und deinen heißen Atem an meiner Haut genossen. Und wie oft habe ich meine Nase an deine gedrückt und gelacht. Auch mit dir durch die Gegend laufen war immer ein schöner Moment doch gab es davon zuwenig da uns beide der gleiche Schatten verfolgte. Wie oft hast du meine Tränen mit deiner Nase von meinen Wangen geschoben. Du hattest mich 12 Jahre nie allein gelassen.

    Ich legte meine Hand an deinen Kopf und streichle dich noch einmal am Ohr, das hast du immer so gemocht und auch ich mochte deinen liebevollen Blick der mir entgegen kam.
    Wieder musste ich meine Tränen zurück halten, doch das fällt schwer.
    Es klingelte und ich konnte mich nicht aufrappeln die Tür zu öffnen. Denn da war mir klar dass der Tod an der Tür stand.

    Noch einmal ging ich, mit meinem Begleiter, um die Ecke nur diesmal hattest du nicht zu mir geschaut sondern auf den Boden. Ich führte ihn in den Garten und ließ ihn seine Sachen auspacken.
    Ich hatte dich gerufen. Und eigentlich hast du immer gehört, nur diesmal hattest du nur geschaut und dich nicht bewegt. Erst als ich dich das 4- oder 5-mal rief kamst du und das auch sehr langsam.
    Ich hatte mich gefragt ob du wusstest was kommt. Doch es nützte nichts die Entscheidung stand und es war auch nicht mehr an ihr zu rütteln. Ich lass mich auf meine Knie und strecke dir meine Arme entgegen um dir ein letztes Mal meine Zuneigung zu zeigen.
    Dabei laufen mir die Tränen und du hast sie mir ein letztes Mal aus dem Gesicht gestrichen.

    Es vergingen Minuten die für mich wie Stunden wurden. Sekunden die mir wie eine Ewigkeit vorkamen. Du lagst vor mir leblos aber noch warm.
    Ich habe meine Hand an dein Ohr gelegt und wie ein kleines dummes Kind gewartet das du mich anschaust dabei war mir klar das du mich nie wieder anschauen wirst. Dabei liefen mir die Tränen und sie wollten nicht aufhören, sie liefen und benetzten meine Kleidung.

    Wir hatten beschlossen dass der Tod eine bessere Wahl war als der Schmerz der dich begleitet hatte.
    Ich habe dir einen kleinen Teil von mir mit auf deine Reise gegeben. Niemand darf so einen weiten Weg allein gehen. Und grade du nicht, den du hast meinen Weg erträglich gemacht.
    Ich hatte immer gedacht das Tod bedeutet nicht mehr zu sein.
    Aber dann hatte mir jemand erzählt dass man solange „lebt“ solange man nicht vergießt.
    Also hatte ich beschlossen dich nie aus meinem Herzen oder meinen Gedanken zu streichen.
    Du hattest geschafft was so wenige schaffen werden. Du hast einen Platz auf Ewig in meinem Herz.

    Als ich damals klein war sind wir weg gefahren und wir haben dich mitgenommen.
    Meine treuste Freundin.
    R.I.P. Mein Hund


  6. #6
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    Namenlos

    HEY! Wie geht es dir? Wir haben uns ja lange nicht gesehen!
    Das waren meine Gedanken, als ich dich vorüberlaufen sah. Mein Mund ist geöffnet und mein Blick liegt starr auf dir.
    Aber ich kann nicht. Ich kann dir nicht zurufen.
    Und so wie ich hier stehe, frag ich mich grade, ob ich deinen Namen überhaupt rufen möchte.
    Warst du doch der, der wie ein kleines Kind die Schläge des Lebens nicht verkraften konnte. DU hast so oft nur daneben gestanden und obwohl du älter bist als ich, warst du innerlich immer so viel jünger.

    Nun ist der Moment, in dem ich dir hätte etwas zurufen können, verstrichen. Und auch wenn ich traurig bin, dass ich ihn vertan habe, muss ich lachen, denn ich glaube es war besser so.
    Was vergraben wurde, sollte im Grab liegen bleiben. Es wurde bei der Beerdigung schon einmal beweint und diese Tränen sollten reichen.

    Wie Brecht einmal schrieb: „Ich betrachte die Sache mit einem weinenden und einem lachenden Auge.“ Und so ist es bei mir. Ich wende mich ab und gehe einen anderen Weg, der mich weit weg von dir führt. Meine Augen füllen sich mit Tränen und meine Mundwinkel schieben sich nach oben. Ja, auch wenn die Wege sich trennen, so wirst du doch ein gutes Leben führen und ich werde meines führen.

    Dir wird Leid und Glück widerfahren und auch wenn ich dich für Momente hasse - ja hasse - werde ich dir helfen, wenn ich kann; werde ich da sein und dir eine Hand reichen.
    Wer weiß, vielleicht - aber auch nur vielleicht - werde ich dich irgendwann sehen und dir zurufen. Und wenn die Zeit es erlaubt, wirst du antworten. Aber bis das passiert muss eine Menge Zeit vergehen.
    Ich meine die Schlucht, die zwischen uns ragt, ist tiefer als ein Schnitt ins Fleisch.

    Bis dahin: Gehab dich wohl und denk ab und zu an mich, denn wir werden immer verbunden sein.

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    Antwort

    Ich habe sie gesucht
    Ich habe mich dabei gewältzt, bin gelaufen, nach oben und nach unten. Über Hürden gesprungen und tief gefallen. Bin gerannt und gebummelt. Mal kurze Wege und mal lange Wege, holprige Wege und Wanderwege
    Und hab sie nicht gefunden.

    Aber ich gab nicht auf und suchte nochmal
    Dabei habe ich gelacht und geweint, war deprimiert und traurig. Hab Kopfschmerzen bekommen und auch mal versucht, dabei an andere Sachen zu denken. Hab mich geschnitten und mir weh getan. Hab meinen Kopf gegen Wände gedrückt und meine Spuren hinterlassen.

    Ein letztes Mal
    Mit Licht an, Licht aus, im Bett, auf dem Sofa, im Garten, unter einem Baum, auf einem Baum, unter einer Decke, in Gesellschaft und auch allein. Ich habe es ums Verrecken nicht geschafft, sie mit Logik zu verstehen.


    Und da war sie
    Als ich dich nochmal sehen musste und mir die Kotze am Hals hing. Da war mir ganz klar, dass du es ja alles selber nicht weißt und deine Unsicherheit hinter dicken Mauern aus Lügen versteckst. Du bist wahrscheinlich selbst nur in der Lage, dich gut zu fühlen, wenn es anderen schlecht geht.


  7. #7
    Bürger Avatar von BlueHusky
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    Ich hab …

    Ich hab einen Engel weinen sehen.
    Wie er sich auf den Boden geworfen hat
    und nicht mehr aufhören konnte.
    Bis der Körper völlig leer vor mir lag.

    Ich hab einen Engel schreien hören.
    Und es war so laut, dass es mich aus dem Schlaf gerissen hat
    und mir der Angstschweiß
    über den ganzen Körper lief.

    Ich hab einen Engel tot vor mir gesehen.
    Zernagt von der Pein und der Schmach,
    die ihn angedieh'n lassen wurde.
    Eine leere Hülle, mehr war es nicht mehr.

    Ich hab einen Engel mit Hoffnung gesehen.
    Als die Schatten der Nacht vorbeigezogen waren
    und eine Morgenröte vom Horizont herüber schien.

    Ich habe einen Engel lachen sehen.
    Wie er seine Flügel neu ausbreitete und die frische Luft,
    die der neue Tag brachte,
    in sich auf nahm und das Herz voller Kraft schlug.

    Ich habe einen Engel fliegen sehen.
    Hoch oben, über all dem Schlechten, was passierte,
    flog er ohne einen Blick zurück.
    Doch das Schöne war: Der Engel nahm mich mit.


  8. #8
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    Der Weg und der Fall

    Man, ist das ein Gefühl. Es ist schon komisch.
    Ich bin so klein und diese Stufen sind so groß und haben so harte Kanten.
    Beim Hochschauen hab ich das Gefühl, ich bin wieder 8 Jahre alt.
    Alles wirkte damals so groß, unnahbar, unmöglich und unlösbar.
    Nunja, weiter an früher denken, bringt nichts. Mein Opa hat mir gesagt: Der Weg, der hinter mir liegt, sollte nur noch eine blasse Erinnerung sein, deren Wegsteine ich nie vergessen darf. Der Weg, der vor mir liegt, ist der, der meine Aufmerksamkeit braucht.
    Also gehe ich nach vorne und versuche eine Stufe nach der anderen zu besteigen.

    Manches Mal mache ich Rast. Schau mir an guten Tagen an, wie weit ich gekommen bin und blicke in die Tiefe. Schau mir an schlechten Tagen an, wie viel noch vor mir liegt.
    Oft muss ich auch halten, weil ich nicht mehr kann, mich meine Trauer in die Knie zwingt.
    Aber es gibt auch Tage, an denen erklimme ich Stufe um Stufe und störe mich dabei nicht an den blauen Flecken, die mir diese harten Kanten auf meine Haut malen.
    Ich denke einfach, das sind Abzeichen, die man sich verdienen muss um weiter zu kommen.
    Denn wie wurde mir gesagt; Wer nicht lernt die Schläge einzustecken, die an manchen Tagen auf einen niederprasseln, der lernt auch nie, was es heißt zu leben.
    Ob das stimmt oder nicht kann ich jetzt noch nicht beurteilen.

    An mir sind Tag und Nacht, Sonne und Mond, Wolken und strahlender Himmel vorbei gezogen. So manches Mal habe ich Begleitung auf diesem Weg und so manches Mal wäre ich so glücklich über einen Aufzug, der mich mitnimmt. Oder auch nicht. Ich weiß nicht immer, ob es mich glücklich machen würde, wenn es mir leicht gemacht werden würde.
    Ich hab manchmal nicht immer Zeit, mir jeden Schritt genau zu überlegen, aber ich mache ihn auch, wenn es nicht immer gut ist.

    Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ab und an stehe ich auf diesen Stufen und fühle mich so klein und hilflos, dass ich nicht weiß, wie ich zur nächsten Ebene komm.
    Dabei kann schon mal Winter und Sommer vergehen, bis man es schafft weiter zu kommen.
    Wobei mir dieses Gefühl nach solchen Etappen immer wieder so viel Schwung gibt und ich wieder so viel Kraft habe, um auch anderen eine Hand zu reichen und ihnen bei ihren Etappen helfen kann.

    Ja und wenn man erst die letzte Stufe erklommen hat und man die Aussicht genießen kann, die einem diese letzte Stufe bietet. Dann könnte man fast wehmütig werden.
    Sind doch so viele Tränen geflossen, sind doch so viel Wolken vorbei gezogen und hat nicht auch so oft ein Lächeln den Tag leichter gemacht.
    Es ist fast schade durch einen Sprung alles zu beenden. Aber es muss sein; oft gibt es keinen anderen Weg.
    Und so stell auch ich mich an den Rand, so nah, dass meine Zehen den Rand umfassen können.
    Eine Sonne geht auf und besser könnte es doch nicht werden. Ich breite meine Arme aus und spreize meine Finger weit.

    Ich springe auch nicht, eher lasse ich mich fallen.
    Die Luft, die mich beim Fallen umgibt, brennt wie ein heißes Feuer in meiner Lunge. Sie lässt mir Tränen aus den Augen fließen und auch gleich wieder trocknen.
    Dabei versuche ich sie mit meinen Händen zu fassen. Doch das will mir nicht gelingen.
    Ich öffne meine Augen und vor mir zeichnet sich der Boden ab. Noch weiß ich nicht, was dort auf mich wartet, aber ich bin bereit dafür. Auch lass ich meine Haare, die mir die Luft ins Gesicht weht, unbeachtet.

    Was für ein harter Schlag, als ich auf dem Boden lande, ungebremst. Als ich mich aufrichten will, höre ich, wie die letzten Knochen in mir brechen und das Blut meine einst weiße Wäsche verfärbt hat.
    Aber auch das kann mir nicht mein Lächeln nehmen, das ich beim Fallen wieder gefunden habe. Ich rapple mich auf und klopfe mir den Dreck von den Sachen.
    Und wieder sind da diese Stufen. Wie sie sich vor mir in den Himmel schrauben, so hoch, dass ich kein Ende sehen kann.
    Aber dieses Mal fühle ich mich nicht klein. Nein, dieses mal bin ich nicht so. Auch kommen mir die Kanten nicht mehr hart vor, aber das wird sich noch zeigen. Nur wie ich bin, kann ich nicht genau sagen. Aber wer kann schon sagen, was genau so ein Fall alles verändert.
    Es wird für mich auch nur noch einen Fall geben, den großen und letzten.
    Jedoch, wann der sein wird, vermag ich nicht zu sagen. Ich selber werde mich nicht mehr an den Rand stellen.


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