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  1. #1
    Bürger Avatar von BlueHusky
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    Standard Gefundenes aber Eignendes

    Osterhase *bitte nich wundern is etwas hart under wer nicht so auf harte story´s steht nich lesen *

    das gilt dann auch für das folgenden Story´s
    und da soll nich nur meins rein
    jeder so sowas hat immer rein hier

    Diskussion ->http://www.lemrith.net/showthread.ph...es&p=66#post66

    Osterhase

    Es ist Nachmittag, als die kleine Luisa nach Hause kommt. Sie war bei ihrer Oma, um ihr Ostergeschenk zu suchen, denn ihre Mutti hatte ihr erlaubt, jetzt wo sie 9 ist, alleine über die Straße zu dem Haus ihrer Oma zu gehen.
    Mit einem Lachen läuft sie auf den Hof und ruft: “Mama, Mama. Schau mal, was der Osterhase gebracht hat!“
    Es kam keine Antwort und die Stille machte ihr Angst. „Mama! Papa! Wo seid ihr?“
    Sie stellte das kleine Bastkörbchen an die Haustür, gerade als sie die Klinke runterdrücken wollte, um ins Haus zu gehen, hörte sie ein Rascheln. Sie lachte wieder und rannte in den Garten.
    „Mama und Papa sind bestimmt auch am Suchen!“, dachte sie sich.
    Sie rannte so schnell ihre kleinen Füße sie tragen konnten.
    Ein Mann stand vor ihr und lachte leise, während er sie mit einem leeren Blick ansah.
    „Wer bist du denn?“, fragte sie ängstlich und hielt sich dabei ihre Hände vor den Bauch.
    „Ich? ich bin der Osterhase und ich hab hier etwas für dich versteckt“, röchelte er, während er sich wieder zum Garten drehte. „Irgendwo hier hab ich etwas nur für dich versteckt!“
    Schnell drehte er sich zu ihr und machte einen Schritt auf sie zu.
    „Na willst du für mich suchen?“, sagte er und lachte dabei.
    Sie nickte und ging los. Ihr kleines Blümchensommerkleid bewegte sich dabei mit jedem Schritt mit.
    Er folgte ihr und lachte nur wie ein Verrückter, dann packte er sie gewaltsam am Arm und zog sie zu einem alten Kirschbaum.
    „Schau, was ich dir gebastelt hab“, sagte er und fiel auf den Boden vor Lachen.
    Luisa hingegen weinte und übergab sich, als sie den reich dekorierten Kirschbaum sah.
    Die Eingeweide ihrer Eltern schlangen sich wie eine Lichterkette um den ganzen Baum, die Organe wie kleine Anhänger durch die Äste gebohrt.
    Die abgetrennten Körperteile ihrer Eltern lagen hübsch drapiert um den Baum herum. Nur die Köpfe ihrer Eltern lagen in einem kleinen Körbchen, der vor dem Baum stand.
    Geändert von BlueHusky (30.07.2011 um 15:00 Uhr)


  2. #2
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    Elend

    Es ist schon ein Wunder das mich das so berührt. Ich dachte ja eigentlich immer ich bin ein trostloser Mensch der ohne Emotionen durch die Welt läuft.
    Aber heute wo ich dich sehe, wie du auf dem Boden hockst und bitterlich weinst. Da wird mir anders.
    Ich hätte das wohl lieber nicht getan aber ich kann es nicht ändern. Die Zeit zurück drehen, das liegt nicht in meiner Macht. Also beuge ich mich zu dir und nehme dich in den Arm. Es tut mir Leid das ich dir genommen hab was du so brauchst. Ich werde es nie wieder tun.
    Das Verspreche ich dir! Das du dich so Elend fühlst das wollte ich nicht!
    Ich wusste nicht dass dir das so weh tut.
    Du machst deinen letzten Atemzug in meinen Armen und ich fühle mich genau so leer wie du. Aber was kann ich tun ich habe dir das Messer so tief und so oft ich konnte in deinen Körper gerammt und das warme Blut genossen was aus deinen Wunden lief. Die Augen werden leer und klar und ich fühle mich schlecht.
    Aber gut das ist jetzt auch vorbei, ich trage dich zurück in dein Bett und decke dich zu, das kann ich jetzt noch tun.
    Vielleicht fühle ich mich dann nicht so elendig schlecht. Und siehe da es funktioniert. Einen Kuss gebe ich dir noch dann verschwinde ich wieder in das Dunkel.
    Es ist schön zu wissen dass du nun ruhig schlafen kannst. Ich werde es auch, jetzt wo ich weiß dass du nie wieder einem anderen gehörst, geht auch das Gefühl. Ja ich glaube, ich bin sogar ein Stück reifer geworden. Aber dein elender Blick wird ewig an mir haften.


  3. #3
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    Zerstörung

    „Mhh das ist so herrlich! So schön warm und es schmeckt so gut!“ hauchte Sarah als sie die Spiegelscherbe noch einmal tief in ihre Haut steckte und sie langsam hin und her zog.
    „Ich will mich nicht mehr sehen. Ich kann diesen Anblick nicht mehr ertragen.“
    Sie saß in mitten der Scherben eines Zertrümmerten Spiegels.
    Sie hatte so fest auf den Spiegel gehauen wie sie nur konnte, während ihre Tränen über die Wangen liefen und sie über die Schmerzen lachte.
    „Du hast mich Zerstört und ich will dir durch meine Schnitte am Körper zeigen wie sehr du meine Seele zerstört hast!“
    Sie setzt eine lange Scherbe an ihrem Oberschenkel an und drückt sie langsam aber sicher immer weiter in ihre Haut.
    Die Mischung aus Trauer und Freude ergeben in ihr ein komisches Gefühl. Erst als sie das Blut sieht was aus ihrer Wunde läuft, fühlt sie sich wieder gut.
    Die Schwäche die in ihr hinauf steigt macht sie müde und so legt sie sich in die Scherben und wälzt sich noch einmal in ihnen um das Gefühl des Lebens ein letztes mal in sich auf zunehmen.
    „Ich habe nur das fortgeführt was du angefangen hast! Ich habe den Rest von mir Zerstört und werde mein geschundenen Körper hier sterben lassen! Das war es doch was du wolltest oder?“
    Du mein Peiniger hast es geschafft mich im Ganzen zu Zerstören und ich werde den heran eilenden Tod genießen.“
    Ein letztes Mal haucht Sarah den Namen ihres Peinigers und gießt die letzten Tropfen Blut die aus ihr fließen.
    Es ist so einfach einen Menschen zu Zerstören doch so Schwer ihn zu Heilen!


  4. #4
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    Feuerzeug

    Ein Klicken geht durch den Raum und schon hört man eine Zigarette knistern.
    Das Gefühl, den Rauch langsam in die Lunge zu ziehen, macht Jerome glücklich.

    „Das habe ich mir jetzt auch verdient“, denkt er sich.
    Langsam aber bestimmt geht er auf einen Stuhl zu. Mit einem Ruck stellt er einen seiner Füße auf die Stuhlkante.
    Erneut lässt er sein Feuerzeug klicken und grinst.
    „Ach meine Kleine, das hätte alles nicht passieren müssen!“ Er nimmt noch einen Zug von der Zigarette und drückt sie auf dem Oberschenkel einer jungen Frau aus, welche regungslos auf dem Stuhl sitzt.
    „Ich mein, überleg doch mal, du hättest doch nur ja sagen müssen und du wärst jetzt in deinem Zuhause. Bei deinem Mann und deinen Kindern. Vor einem prasselndem Kamin.“
    Er packt den Kopf der jungen Frau und hält ihr Gesicht vor seines.
    „Aber du musst dir keine Sorgen machen! Ich kann es dir hier auch schön warm machen!“
    Er lacht und ist darin nicht mehr zu bremsen.
    Die am Stuhl Festgebundene kann nichts mehr sagen und weint. Sie weiß, dass sie nicht mehr nach Hause kommen wird und das lässt ihre Tränen wie einen Bach aus ihren Augen fließen.
    „Aber, aber. Wer wird denn hier weinen? Warte, ich werde dir deine Tränen trocknen!“
    Das Feuerzeug macht erneut dieses Klicken und die Wärme an der Haut der Frau wird unerträglich und so schreit sie ein letztes Mal.
    „Undankbares Pack!“, schreit er ihr ins Gesicht. „Weißt du was man mit Hexen damals gemacht hat?“
    Er wartet auf ihr Antwort, doch sie bleibt stumm.
    „Gut, wenn du nicht antworten willst, lass es mich dir zeigen!“

    Noch ein Klicken des Feuerzeugs und sie hört das Knistern der Flammen, die sich im Raum ausbreiten. Langsam, aber bestimmt lässt es den Raum warm werden und es frisst sich regelrecht zu dem Stuhl.
    „Hier. Das schenke ich dir noch! Vielleicht hilft es dir ja!“ Lachend legt Jerome das Feuerzeug auf den Schoß der jungen Frau. Er dreht sich beim Laufen noch einmal um und wirft ihr eine Kusshand zu. Willkommen in der Hölle, meine Kleine.
    Das letzte was sie sah, war wie sich eine Tür vor ihr schloss.


  5. #5
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    Das Nichts

    „Was ist das? Es fühlt sich komisch an!“, hauchte Jenny während ihr Atem immer schwerer wurde.
    „Ich weiß, was du meinst! Mir geht es nicht anders. Aber du wirst sehen, wenn das erstmal vorbei ist, kann uns nichts mehr etwas anhaben!“
    Das flüsterte er ihr ins Ohr und so schloss er seine Augen, um sie nie wieder zu öffnen.
    Sie bemerkte die Schwere seines Körpers und so wurden auch ihre Augenlider schwer und es rannen ihr Tränen aus den Augenwinkeln, um ihr über das Gesicht zu laufen.
    „Das muss es sein: das Nichts! Wenn man niemanden mehr hat! Das muss es sein: das Nichts!“
    Mit der letzen Kraft ihres müden Körpers legte sie ihre Hand auf seine.
    „Leb wohl, mein Engel. Der Kampf, den wir beide gefochten haben, hat nun ein jähes Ende gefunden!“ Und so schloss auch sie die Augen, um sie nie wieder zu öffnen.

    Das Gift, das beide in sich trugen, wirkte schnell. All die Pein, die Wut, der Hass und auch das letzte Stück Hoffnung, welche beide in sich trugen, verschwand im Nichts.
    Die Dunkelheit, die von draußen über beide gekrochen ist, nahm auch noch ihre letzten Makel und so konnten sie auf immer im Nichts sein.
    Fernab von all jenem, was die beiden dazu brachte gegenseitig in ihren Armen zu sterben.


  6. #6
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    Wokgemüse

    Es brutzelt und duftet schon herrlich nach frischem Essen.
    Die Gewürzstreuer klimpern und man hört, wie sich ein Löffel in dem Wok einen Weg durch das Gemüse bahnt.
    Das Fett spritzt aus dem heißem Wok und benetzt die Schürze des Kochs, der schon voller Vorfreude vor der Pfanne steht.
    Der Glanz in seinen Augen zeigt, dass er sich schon sehr auf das Selbstgekochte freut.

    „So, das Gemüse ist schon fast fertig! Aber das frischste Gemüse ist nichts ohne Fleisch!“ Er dreht sich um, schaut zu einem Nebenraum.
    Noch schnell ein Messer und einen Wetzstein genommen und er begibt sich nach nebenan.
    Der Raum ist kühl und es riecht nach Morphium. Die Fliesen an der Wand und auf dem Boden lassen den Raum leblos wirken - und das soll er auch bald werden.
    Der metallene Tisch, der in der Mitte des Raumes steht, trägt einen jungen Mann, der den Kopf stöhnend hin und her bewegt.
    Das Wetzen des Messers hallt etwas in dem leeren Raum nach und das Reißen der Haut lässt wieder dieses Lächeln in ihm aufsteigen. Dieser Glanz, diese Vorfreude auf das Abendmahl.

    Die Tischbeine schieben sich auf dem Boden hin und her, Blut tropft herunter und spritzt an die Wand.
    Eine bereitstehende Schüssel wird mit frischem Fleisch gefüllt. Als der Koch den Raum verlässt, hinterlässt er Spuren aus Blut auf den Fliesen.

    Es brutzelt und duftet schon herrlich nach frischem Essen. Das Fleisch lässt das Fett spritzen und gibt dem Gemüse den letzten Schliff.
    Es klappern Teller und Besteck. Eine lange Tafel wird gedeckt und der Koch, eben noch mit Fett und Blut bespritzt, gibt sich als Gastgeber.
    Die Klingel gibt Bescheid, dass der erwartete Besuch zu früh vor der Tür steht.
    „Hey, entschuldige aber ich konnte es nicht abwarten! Bei deinen Kochkünsten hab ich immer so großen Hunger!“, meinte die junge Frau grinsend.
    Er lacht. „Ja komm erstmal rein, meine Kleine.“
    Man begibt sich an die gedeckte Tafel, in deren Mitte ein Wok steht.
    „Mhh, das riecht herrlich! Was gibt es denn heute?“
    „Frisches Gemüse aus dem Wok ... mit Schwein!“


  7. #7
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    Mein Schmerz

    Ich liebe es, mit dir zu sprechen. Dabei fühle ich mich immer so befreit, so lebendig.
    Besonders mag ich es, dich dabei von oben bis unten anzusehen, egal in welcher Pose sich dein Körper befindet.
    Mein Körper wird warm wenn ich dir, nur mit meinen Fingerspitzen, über deinen nackten Leib streichen kann. Von unten nach oben. Dabei mache ich Halt an deinen Lippen und lasse einen meiner Finger dort ruhen. Meine Augen schließen sich dann schon fast automatisch. Ich koste jede Sekunde solcher Momente aus, denn sie werden selten für uns. Und keiner von uns kann etwas dagegen tun.
    Wie gerne streiche ich durch dein Haar und blicke dabei verträumt in deine Augen. Wie sie mich so verträumt und leer anschauen. Ich könnte mich in ihnen wie in einem Ozean verlieren und würde es lieben tiefer in sie zu versinken.
    Ich rücke näher und gebe dir einen langen Kuss. Wie wunderbar es ist, wenn ich meine Lippen an deine legen kann. Dein Blick durchfährt mich dabei. Ich denke, es war deine Angst, die mir Kraft gab alles für dich zu tun.
    Du hast nie viel dazu gesagt. Das schätze ich so sehr. Das war mein Ansporn, der mich so weit gebracht hat.
    Sicher, einiges hätte ich anders gemacht aber unsere Wege haben sich nun so gekreuzt. Das eine oder andere, sicher, das hätte nicht sein müssen.
    Meine Augen füllen sich mit Tränen, die mir seitlich das Gesicht herunterlaufen.
    Ich stehe auf und bewege mich fort, fort von dir, meine Liebe. Du wunderbarer Mensch, ich werde dich vermissen. Und du sollst wissen: Ich werde dich immer Lieben und nie werde ich vergessen.
    Aber ich muss gehen, ich höre sie schon kommen, die Hunde der Eifersucht. Grade mal 2 Wochen haben sie uns gegeben. Das ist nicht genug Zeit, aber sie wird reichen.
    Einmal lege ich mich noch zu dir, schnell, einmal will ich noch deinen Geruch in mich aufnehmen. Dann verlasse ich dich für immer.
    Es war so schön, dass du meins warst und dass ich für einen Moment deins sein konnte. Mir zerreißt das Herz vor Schmerz. Das Einzige, was mir Hoffnung gibt, ist, dass du nun für immer in Ruhe schlafen wirst.
    Und nun leb wohl.
    Ich gehe und schließe eine Pforte hinter mir. Dann entschwinde ich in den Wald, denn sie werden mich suchen. Aber wenn sie mich je finden, werde ich ihnen sagen was für ein schöner Mensch du warst. Und dass mir das Herz brach, als ich dein Herz mit meiner Klinge zum Stillstand brachte. Und wie süß dein Blut war, als ich es von meinen Fingern leckte. Wie wundervoll du in meinen Armen schliefst, als ich dich soweit in dein nasses Grab getragen habe. Ja, das werde ich ihnen erzählen wenn sie mich, deinen Mörder, finden.


  8. #8
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    Ohne Namen

    „Und wie war es?“
    „Nicht gut!“
    „Und was hat er gesagt?“
    „Nicht gut!“
    „Wie geht’s dir?“
    „Nicht gut!“
    „Magst du drüber reden?“
    „Eher nicht, nein!“
    „Kann ich dir was Gutes tun?“
    „Nein!“

    Dann ging ich und wollte mich nicht mehr umdrehen, wollte mein Schritttempo erhöhen!
    Aber ich hab schon früh gemerkt, dass ich nicht vor Gefühlen weglaufen kann. Dabei möchte ich manchmal nichts lieber auf dieser Welt können.
    Aber bevor ich laufe, raste ich lieber noch bei dir. Und es fällt schwer dich anzusehen, fällt schwer meine Hände von dir zu lassen. Wenn ich in deine ehemals so strahlenden Augen sehe, möchte ich nichts lieber als alles verfluchen.
    Und dich dabei bei mir behalten. Ich weiß, dass der Tod immer der Wegbegleiter der Lebenden ist, aber muss er deinen Weg so früh beenden? Ein Tapsen weniger auf dem Hof, eine Nacht ohne dein lautes Gebrüll? Nein, das wäre undenkbar. Man kann einem ja alles nehmen, aber muss es denn immer so sein? Dabei hab ich deinem Blicken vorgestern schon entnommen, dass du traurig bist.

    „Komm, du musst mir tragen helfen!“
    „Okay!“
    „Greif richtig zu! Sie ist schwer.“
    „Okay!“
    „Los, sie ist wirklich schwer!“
    „Ja, das merk ich!“
    Dann hieven wir dich auf die Fliesen, legen noch was zu essen hin und stellen Trinken bereit.
    „Ich überbringe ungern schlechte Nachrichten, aber ich denke es geht zu Ende“, hallt es in meinem Kopf nach. Dein Blick sagt das Gleiche wie mein Blick: „Es tut mir Leid!“
    Ich möchte nach sechs Jahren nicht schon Lebewohl sagen; das wäre wirklich nicht tragbar.
    Es hat mir schon fast das Herz zerrissen, als wir dich mit der Trage aus dem Raum tragen mussten. Aber es wird getan, was für dich am Besten wäre und was immer das sein mag, du bleibst mein kleines flauschiges Wauzi und ich hab dich sehr lieb. Ich werde die Hoffnung aufrecht erhalten und deine Wärme wird mich immer aufrecht erhalten.
    Aber es ging nicht dein Blut sagt mehr als 1000 Worte.
    Ich hab dich lieb und ich vermisse dich! Nim ein Teil von mir mit auf die Reise den ein Teil von dir behalte ich bei mir, im Herzen.


    Sei meine Wonne und meine Sonne
    Sei meine Hilfe und meine Stüze
    Sei mein Frohsinn und meine Heiterkeit
    Sei mein Licht und meine Helligkeit
    Sei mein Hund der ewig in mir Lebt
    R.I.P. 03.09.2011 1:43


    ~~~~~~~

    Ein

    Ein Weg ist zu Ende
    Einem Wesen ist das Leben enthaucht
    Eine Zeit ist angebrochen
    Eine Stunde der Trauer wird zu
    Einer langen Zeit
    Ein Herz ist nun kaputt
    Eine Weile wird es dauern
    Einen neuen Weg zu suchen
    Eine Ewigkeit bleibst du bei mir
    Ein Leben lang bis
    Ein anderes Wesen das leben enthaucht
    Geändert von BlueHusky (06.09.2011 um 13:03 Uhr)


  9. #9
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    Ich und "ICH"

    Es rauscht und ich höre, wie meine Kleidung im Wind flattert.
    Meine Angst hatte mich so leicht gemacht, dass ich einfach entschwunden war und den Boden verloren hatte.
    Doch packt mich die Gewissheit und zerrt mich voller Wucht auf den Boden. Vor einem Abgrund treffe ich auf und kann mich gerade so noch einmal aufrichten, um mir selbst zu beweisen, dass ich nicht tot bin. Doch der Untergrund hat mich so hart getroffen, dass sich meine Seele von meinem Körper löst und sie so weiter fällt bis auch sie endlich auf das Ende trifft.
    Bewegungsunfähig schau ich mir das an und mir kommt die Erkenntnis, dass ich das schon mal erlebt habe. Schon mal war ich nicht mehr eins mit mir.
    Doch weiß ich auch, dass ich nur warten muss bis meine andere Seite wieder den Abhang erklommen hat. Auch wenn das heißt, dass ich lange warten muss und ich selber die Hoffnung mir selbst gegenüber fast verlieren mag.
    Beim Warten kommen Vögel und streifen mich mit ihren Flügeln, wollen mir zeigen, dass sie bei mir sind aber merken nicht, dass jeder Flügel und dessen Berührung mich fast zu Fall bringt. Bemerken nicht das Wanken und übersehen, dass ich nur noch stehe, weil mein Leib gefroren ist.
    Selbst meine Tränen bringen mich beinahe zu Fall. Nur eine „Scheinstärke“ hält mich aufrecht.
    Dabei geht mein Blick ins Leere und schaut auf den Abhang. Dort erscheint schon die erste Hand von mir und die zweite mag ihr sogleich folgen bis mein „ICH„, voll von Schrammen und Schmarren des Aufstiegs, vor mir steht. Dabei kann ich die Narben sehen, die sich meine Seele schon bei den letzten Fällen geholt hat und ich kann an jeder Narbe erkennen, wo sie gefallen ist.
    Meine schimmernde Erscheinung reißt den Mund auf und meine Augen schreien dazu und erzählen ein Gedicht voll Trauer, Wut, Hass, Angst, Verzweiflung und dem unbändigen Glauben, Schuld zu tragen.
    Dann fasst meine Hand „meine Hand“ und ich werde langsam wieder eins. Dabei schmerzt jede Sekunde, in der mein Leib wieder ganz wird.
    Und jetzt, wo ich wieder eins bin, kann ich auf meine Knie fallen und voller Liebe deinen Namen schreien, mit den Fäusten auf den Boden schlagen und dich zurück in meine Arme wünschen. Denn wie gerne würde ich deine Wärme noch einmal spüren und doch weiß ich selbst, wenn man das könnte würde ich immer wieder danach verlangen.
    Also werde ich versuchen einen Schein zu wahren und hoffen, dass dieser zum Alltag wird und nicht schon dein Name mich wieder an einen Abgrund bringt.
    Noch nicht ganz sicher auf meinen Füßen mache ich erste Schritte in eine Richtung ohne das Gefühl deiner Nähe. Auch weil sich mir bis heute nicht erklärt, wie die Worte Abschied und Liebe zueinander passen. Ein „Auf wiedersehen“ sagt man nicht zu einem geliebten Wesen, denn nie im Leben gebe ich ohne Kampf frei, was ich liebe. Auch wenn ich wieder an diesem Punkt stehe und Flügel mich fast zu Fall bringen. Das was mir hilft, ist die Tatsache, dass ich nicht allein gekämpft habe, sondern wir beide.


  10. #10
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    Einsam ist es auf dieser Bank.


    Ein kühler Wind weht einem um die Nase und die Nachmittagssonne versucht mit ihren letzten Strahlen den Grund zu erwärmen.
    Wie man da so sitzt, voll von Gedanken, ohne sie mit dem Teilen zu können für den sie gedacht waren, beschleicht einen das Gefühl des Alleinseins.
    Und man fühlt sich wie die Sonne des Nachmittags versucht mit letzter Kraft zu wärmen, was in ein paar Stunden wieder in tiefster Dunkelheit liegt.

    Gestern haben wir hier noch zu zweit gesessen und unsere Leiber gehalten und die Augen vor Lachen gewischt. Haben uns seltsame Worte an den Kopf geworfen und das eine oder andere Ernstgemeinte ausgetauscht.
    Es hat sich wunderbar angefühlt zu wissen, dass man nicht alleine ist mit seinen manchmal abwegigen Interessen, auch wenn man es wohl lieber hätte bleiben sollen.

    Heute auf dem Weg hin zu dem Ort, wo man doch zusammen so viel lachen kann wurde ein komisches Plakat aufgehängt und das machte schon stutzig. Es war wunderschön und deren Botschaft klar und mir erst später ganz bewusst.
    An dieser Bank angekommen, war man der Annahme den anderen zu sehen, aber es war nur ein Schatten von gestern der noch zu sehen war, damit man sich auf den ersten Blick nicht allein fühlt.
    Man setzt sich und gibt den Anderen ja auch liebend gern alle Zeit die er dieser Welt klauen kann.

    Erst als man sich umblickt erkannt man einander, aber du stehst heute so weit weg und gehst zurück wenn ich vorgehe. Es bleibt also nichts anderes, als stehen zu bleiben, deinen Worten zu lauschen und diese mit Trauer gleich wieder tief in sich selbst zu begraben.
    Egal was ich dagegen sage und egal wie oft man sagt, es wird sich nicht ändern. So bin ich nicht blind und erkenne deine Schritte in eine andere Richtung.

    Es ist Nachmittag und ich sitz allein auf einer Bank und weine bitterlich. Ich weine weil ich weiß dass du auf einer anderen Bank sitzt und auch weinst weil alles anders gekommen ist als gedacht. Die Sicherheit dass man einander verloren hat ist grausam und trägt die furchtbarsten Früchte. Und ich renne weg, weit weg und will nicht schon wieder jemanden verloren haben dem ich doch noch soviel zu erzählen hab.

    ~ von mir für dich ~


  11. #11
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    Ich will…

    Still ist es als mich Machtlosigkeit über meine Gedanken übermannt und sich mein Leib krümmt vor Wut und Schmerzen. Laut wird es in meinem Kopf als die blasen Worte an Farbe gewinnen.

    Ich will mich so gerne vor dich setzen und anfangen dir jeden Knochen einzeln zu brechen weil du versuchst mich zu brechen.
    Ich will dir das Herz aus der Brust reißen und es vor deinen Augen zerquetschen um dir zu zeigen was du mit meinem gemacht hast.
    Ich will dir am liebsten jede Muskelfaser einzeln zerreißen da du versuchst mich zu zerreißen und mir nehmen willst was mir gehört.
    Ich will mit meinem heißen Atem in dein Gesicht schreien wie sehr ich dich Hasse, dich Verachte und ich dir dein Leben trachte.
    Ich will mit meinen kalten Händen dein dreckiges Blut auf dem Boden verschmieren und eine Nachricht für alle da lassen die dich nicht durchschauen.

    Bitter sind die Kalten Tränen die mir über das Gesicht laufen weil ich meinen Gedanken keine Taten folgen lasse. Ich bin mit mir allein und versuch einen Weg zu finden dich anders zu verbannen. Dir keinen Weg mehr zu mir zu geben. Doch auch ich bin nicht blind oder gar doof und weiß dass es nie soweit kommen wird.
    Du unterstellst mit Naivität und merkst nicht was sich in mir entwickelt hat. Doch glaube mir es wird eine Zeit geben in der wirst du gebrochen sein und ich werde da sein und tatenlos zu sehen was passiert. Werde nicht eine Hand bewegen und dir reichen. So wie ich heute keinem meiner Gedanken Taten folgen lasse.
    So allein wie ich heute bin so allein wirst du sein.

    Ich will wieder haben was ich nie haben durfte….


  12. #12
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    Der Baum

    Wie wunderschön er da steht, umgeben vom Grün der Wiesen, umgeben vom Licht der Sterne und der Sonne.
    Kein Sturm kann ihn Stürzen, kein Regen ihn ertränken, kein Schnee ihn zu Boden drücken.
    Ein Baum der jedem trotzen kann was auf ihn zu kommt. So scheint es zumindest.
    Und doch kann ich nicht unter den Boden blicken kann nicht erkennen in welche
    Richtung seine Wurzelen schlagen.
    Auch kann ich nicht erahnen wie weit seine Wurzeln reichen und wo sie enden.
    Die Rinde riecht herrlich frisch und fühlt sich rau und kraftvoll an.
    Und doch ist es schade dass die Blätter fallen und diese starke Rinde sich vom Stamm schält.
    Ich trete näher und fühle die die Kälte die aus diesem kräftigen Wesen einweicht und mich erfüllt dieses Gefühl der Machtlosigkeit.
    Wie diese Kraft die alles überstehen kann so kalt sein kann das liegt über meinem Verstand.

    Ich wende mich ab und blicke zurück dabei fällt mir zum ersten Mal auf das der Baum ganz allein steht. Weit ab von den anderen Bäumen, die sich eng aneinander reihen. Sich mit ihren Ästen berühren und im seichten Wind ein Lied singen.
    Und ich erahne warum der Baum kalt ist, ich erahne wie man nicht warm wird wenn man seine Kraft aus einem Kalten Boden bezieht.

    Der Wind weht mit einmale stark und peitscht auf den Baum, der allein steht und man mag denken er schreit. Er steht sicher aber er schreit, schreit allein weil die anderen Bäume zusammen ein Lied singen und ihn nicht hören können.
    Es fängt an zu Regnen und das prasseln der Tropfen hört sich auf den Blättern an als ob er
    weint. Der Regen hat einen Teil seiner Massiven Wurzeln frei gelegt und doch steht er noch immer fest in dem kalten Boden.

    Jahre gehen ins Land und lange bin ich nicht an jene Stelle getreten wo dieser Kraftvolle Baum stand.
    Der Baum hat es nicht überstanden, tot liegt jenes starke Geschöpf auf der Wiese und hat all seine Blätter verloren. Trauer mag mich übermannen, nur als ich meine Hand auf die einst so kraftvolle Rinde lege ist sie warm. Warm wie nie gekannt. Und wie ich meinen Blick schweifen lasse von der Krone bis zum Stumpf fällt mir auf, dass der Baum nicht mehr allein stand. Ein Spross nach dem anderen ragt leicht aus dem Boden und sie singen im seichten Wind ein wundervolles Lied. Auch die anderen Bäume die abseits stehen singen im gleichen Takt. Und so scheint es wenn man etwas bedauert was stirbt so mach die Augen nicht zu und schau was sich aus jener kalten Erde erheben kann.
    Geändert von BlueHusky (23.01.2012 um 21:14 Uhr)


  13. #13
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    Das Glaspendel

    Tick Tack, Tick Tack hing es im Kopf.
    Dieses Geräusch kann so nervenaufreibend sein.

    Das merkte Sandra schnell. Als sie das Ticken der Uhr immer bewusster wahr nahm.
    Wie in Trance schaute sie dem Pendel zu wie es im gleichmäßigen Takt hin und her schwang.
    So wunderschön schwingt es von links nach rechts und von rechts nach links.
    Und doch wird sie zorniger je mehr sie es beobachtet. Sie merkt dass dieses monotone Geräusch sie wütend macht. Merkt wie sehr es sie anekelt das sich nichts verändert.

    Sie betrachtet ihr Antlitz in dem Glaspendel. Und mit jedem kurzem Moment wo sie sich in diesem Pendel betrachten kann verzieht sie immer mehr das Gesicht.
    Diese Abartigkeit das dieses Monotone Objekt sie widerspiegelt lässt ihr keine Ruhe.

    Mit einem nicht ganz so gleichmäßigem Schlag beendet sie das schwingen des Gläsernen Pendels.
    Der Schmerz verschafft ihr innere Ruhe und zaubert ein Lächeln in ihr Gesicht.

    Hat dieses Gläserne Pendel dieses zerbrechliche Geschöpf doch aus der Fassung gebracht.

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


    Der erste Schnee

    Viele Winter habe ich schon erlebt. Und auch durch Schnee bin ich schon gelaufen.
    Oft ist mir dabei alles eingefroren, von der Kleidung bis hin zu meinem Herzen.
    Nicht mal mehr weinen konnte ich, weil die Winter so kalt waren und mir vor Kälte die Tränen in meinen Augen gefroren sind.

    Aber heute, als ich von dir kam und es anfing zu schneien.
    Da war mir zum ersten Mal warm im Inneren. Ich lief mit einem Lächeln durch das Weiß der Landschaft. Und ich hab mir gewünscht, dass ich nie wieder so kalte Winter erlebe muss.
    Es war für mich der erste Schnee, nachdem ich dich getroffen habe. Es war der erste Schnee, nachdem du mir die Kälte genommen hast.


  14. #14
    Bürger Avatar von BlueHusky
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    Das andere und man selber

    Ein Blick geht starr durch ein Fenster. Emotionslos schauen Augen in die Ferne.
    Fragend bohrt sich der Blick in alles und jeden.
    Auf der suche nach Halt und Antwort wird den Augen klar das sie es nicht finden werden.
    Sie werden nie Antworten auf das Momentane finden.
    Der Körper kann den Halt spüren aber wenn die Augen ihn nicht sehen und der Verstand blind bleibt, dann wird man stumm.
    Man beginnt zu funktionieren. Beine tragen einen tagein, tagaus hinaus und wieder nach Haus.
    Diese bestechende Machtlosigkeit kann sich an jedes Gefühl heften.
    Wie Staub setzt es sich immer wieder dort ab, wo man grade Klarheit hatte.
    Und diese Blicke, sie schauen tief und keine Farbe und kein Geschehen kann diese Blicke füllen. Wie ein Ozean rauscht es in ihnen.
    Augen fangen an das Schlechte zu sehen, weil sie das Gute nicht mehr wahrnehmen können.
    Und weil sie das nicht mehr können, fangen diese einst hellen Augen an trüb zu werden.
    Nicht einmal Tränen können sie rein waschen. Eine Stimme könnte nie so laut schreien wie die Blicke eines Hilflosen.
    Ich habe solche Augen schon gesehen. Doch konnten zu dem Zeitpunkt meine Tränen meine Augen rein waschen.
    Heute wo das Leben und Geschehen einem wie eine Ohnmacht gegenüber steht, habe ich versucht meine Augen zu schützen doch es hilft nicht.
    Meine Augen werden trüb und betrügen meinen Körper. Sie versuchen mich für andere blind zu machen.
    Und verdunkeln mir Hände die mir gereicht werden.
    Und kann mein Mund noch so laut schreien und noch so laut lachen, ich werde kalt weil meinen Augen das Feuer fehlt.
    Das „Andere“ hat meinen Körper so leicht und meine Blicke so schwer gemacht.
    Dass ich nichts anders tun kann als nach Antworten in Blicken anderer zu suchen. So sitz ich hier und mein Blick geht starr.


  15. #15
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    Versteinerung

    Ich sitze hier an einem Tisch.
    Die Arme mit den Ellenbögen auf der Platte
    und den Kopf auf beide Fäuste gestützt.
    Jedes Wort wird zur Last.

    Der Rücken gebeugt, die Wirbel bersten soviel soll man tragen und dennoch aufrecht gehen.
    Doch wer fragt wie viel man tragen kann?

    Die Füße dreckig und geschwollen kein Schritt möchten sie laufen weder nach vorn noch zurück.
    Warum sollten sie auch? Laufen sie nicht immer ins leere!

    Die Augen ergraut die einzige Farbe bringen mit Blut gefüllte kleine Adern die kurz vor dem platzen stehen.
    Kein Bild vermag mehr Glanz zu spenden.
    Tränen tragen jegliches in schnellen Bahnen weit hinfort.

    Ohre können sich nicht schließen.
    Vermögen nicht mehr stand zu halten der Stimmen die einen von außen und von innen beschallen.
    Dabei sind die Stimmen wie kleine Pinsel die einem das Gemüt verfärben und dabei keine helle Farbe kennen.

    Der Mund offen und trocken.
    Worte die scheinbar ohne Ton aus dem Mund entweichen den ein andere scheint sie nicht zu verstehen.

    Ich saß an einem Tisch und zerbrach.
    Weil ich so viel tun wollte.
    Weil ich so viel zuhören wollte.
    Weil keiner meine Worte verstand.
    Weil kleine Teufel mit meinem Gesicht an allen Richtungen zogen.
    Da wo ich einst saß weht der Wind die letzten Reste weg.
    Erneut lässt sich jemand vor dem Tisch auf die Knie fallen.
    Erneut erstart ein Mensch zu Stein.

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ ~~~

    Vergebung

    Weich wie Butter ist die Haut als sie von einem scharfen Messer geschnitten wird.
    Das dunkel rote Blut was aus der Wunde strömt riecht faulig und gerinnt sofort.
    Anstatt Tränen zu vergießen lechzt es ihm nach mehr.
    Immer mehr Schnitte folgen, immer breiter wird das lachen.
    In ihm steigt Freude auf und das Herz rast. Dabei über springt es sich selbst und holt sich kaum selber ein.
    Mit jedem Schlag scheint das Blut schneller zu fließen. Die Sekunden werden länger. Die Wunden heißer und der Atem kälter.
    Er legt den Kopf nach hinten und genießt den Moment. Den Moment den er braucht um das Leben zu genießen.
    Der Kopf beugt sich wie in Trance nach vorn um das Blut zu lecken. Der bleierne Geschmack lässt ihn abtrieften in eine andere Welt.
    Eine Welt die niemand außer ihm kennt und die niemand außer ihm je betreten wird.
    Während die Augen geschlossen sind streichen die Hände über die Wunden und ziehen das Blut und unwillkürliche Bahnen.
    Dieser Moment ist es der ihm sagt das er am Leben ist. Dieser Moment sagt ihm das er nicht Schuld trägt.
    Das Blut färbt ihn ein letztes Mal in der Farbe des Lebens.
    Zum ersten und letzten mal fühlt er das Glück des Lebens. Denn das schönste für ihn ist das auch das Leben ein Ende hat.
    Und so vergibt er all jenen die ihm es im Leben nie gezeigt haben das man auch ohne Schmerz lachen kann.
    Er singt hinab auf den Boden. Er bettet seinen Körper zur Ruh neben all jenen denen er vergeben hat.[COLOR="Red"]

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Der letzte Falke

    Der Wind zieht wie ein seichter hauch vorbei und die Welt breitet sich am Boden aus.
    Trotz der Höhe und den schnellen Schwingen ist er Warm. Eher ein freundlicher Begleiter als ein starkes Element.
    Schatten und Wolken sind nichts weiter als Reisende in den Bildern die das Auge fängt.
    Tiefe Meere und Seen wirken wie kleine Gewässer. Große Wälder und Wüsten zeigen ihr Ende noch bevor sie ihren Anfang preis geben.

    Die Augen auf den Horizont gerichtet. Die Flügel breit gefächert um jeden Auftrieb zu nutzen.
    Bereit jedem Wetter zu trotzen um zu finden was er vor langer Zeit im Flug verloren hat.
    Die Umgebung findet sich in jeder Facette der trüben Augen wieder.
    Der ungebrochene Wille zwingt ihn zu fliegen, zu finden, zu erhalten und eins zu sein.

    Dabei hat er schon überall gesucht und schon so oft gedacht es gefunden zu haben.
    Im Sturzflug nähert er sich dem Grund.
    Die letzte Hoffnung das Gesuchte zu entdecken gibt ihm letzte Kraft.
    Die Federn gespreizt. Die Beine nah am leichten Körper. Die Augen auf den Grund.
    Im Flug pfeift der Wind ihm ein Willkommenslied und umarmt ihn. Dabei fängt der Falke an zu erkennen.

    Das tiefe Blau auf das er zu steuert fängt zum ersten mal an Weit und Befreiend zu wirken. Und so lässt er ab von der Suche.
    Was begonnen hat klar zu werden ist nun eine traurige Gewissheit.
    „Ich war immer auf der Suche und konnte nie finden was ich glaubte verloren zu haben!“
    Er taucht in das Blau.
    Wo einst Wind das Gefieder zum Wehen brachte sind es nun die Strömungen des Wassers.

    Es ging Zeit ins Land und ein Reh schaut über die Wiesen. Und sucht den Schrei des Falken der einst durch die Lande zog.
    Und es beginnt zu laufen, weite Strecken wirken klein und unbedeutent.
    Es begibt sich auf die suche des letzten Falken.


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